09. Mai 2008, 16:14 Uhr

Auffallend wenig Schwalben in der Stadt

Karben (cf). Mit anhaltend monotonen »zilp-zalp-zilp-zalp«-Strophen begrüßte der Weidenlaubsänger, besser unter seinem Artnamen Zilpzalp bekannt, zusammen mit Amseln und Mönchsgrasmücke die Vogelfreunde. Zum dritten Mal hatte die Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) Vogelfreunde zur »Stunde der Gartenvögel« an den Klein-Kärber Rosenhang eingeladen.
09. Mai 2008, 16:14 Uhr
Beim Spaziergang über den Rosenhang lassen sich die Teilnehmer Einzelheiten zur »Stunde der Gartenvögel« erklären. (Foto: Fauerbach)

Der Vorsitzende Dr. Jürgen Becker hieß 25 Bürger willkommen. Zu ihnen gehörte erstmals die elfjährige Janina Lux, die Blau- und Kohlmeisen, Amseln und Elstern bisher nur im heimischen Garten beobachtet hatte. Zu den Stammgästen gehörte das pensionierte Stadtoberhaupt Detlev Engel. Die Wanderung durch Klein-Karben bildete den Auftakt zur vierten bundesweiten Vogelzählung des NABU über Pfingsten. Im Rahmen der Aktion »Stunde der Gartenvögel« sind die Bürger aufgerufen, Vögel iin Garten oder Hof, von der Terrasse oder vom Balkon aus zu beobachten, zu zählen und die Ergebnisse den Naturschützern zu melden. Dies helfe ihnen zu erfahren, welche und wie viele Gartenvögel in der jeweiligen Region leben. Mit diesem Wissen könnten die Experten die heimische Vogelwelt besser schützen. Im vergangenen Jahr haben sich 40 000 Menschen an der Aktion beteiligt.

So komme der Hausspatz demnächst auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Vögel. In diesem Jahr seien in Karben und Umgebung auffallend wenig Schwalben zu sehen, berichteten die NABU-Mitglieder. »Ein weiteres Ziel der Aktion ist es, den Menschen die heimische Vogelwelt näherzubringen und ihre Kenntnisse über unsere Vogelwelt zu steigern«, sagte Becker. Nebenbei können die Melder bei der Aktion Preise gewinnen. Viele Bürger legten mit ihrer Vogelbeobachtung den Grundstein für dieses Hobby.

Damit die Bestimmung der fleißigen Sänger besser gelingt, verteilten die Naturschützer ein Faltblatt. Auf ihm sind die zwölf am meisten verbreiteten Vogelarten von Amsel, Blaumeise, Buchfink und Elster über Grünfink, Hausrotschwanz, Haussperling und Kohlmeise bis zu Mauersegler, Mehlschwalbe, Rotkehlchen und Star abgebildet. In zusätzlichen Broschüren konnten sich die Teilnehmer über die 40 häufigsten Gartenvögel informieren.

Um dem Bruterfolg dieser Vögel zu unterstützen, können Gartenbesitzer Nisthilfen anbringen. »Vogelarten wie Blau- und Kohlmeise, Star oder Gartenrotschwanz nehmen diese Hilfen gerne an. Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper und Zaunkönig nisten in Halbhöhlen, wenn im Garten und am Haus keine Nischen und Schlupflöcher vorhanden sind«, informierte Becker. Hausbesitzer könnten auch beim Neubau von Gebäuden Niststeine für Mauersegler und Höhlenbrüter in ihre Fassade einlassen.

Mitgebracht zum Treffpunkt der Wanderung, auf dem großen Parkplatz vor Rosenhang und Friedhof hatte Becker ein neues Vogelhausmodell. Es handelte sich um eine doppelte Vogelvilla. In den komfortablen Nistkästen können nacheinander auf zwei Etagen Blau- und Kohlmeisen, Hausrotschwanz, Haus- und Feldspatz sowie Fledermäuse ihre Jungen groß ziehen.

Nach den Vögeln wurde auf Friedhof, Rosenhang und Umgebung Ausschau gehalten. Auf der Birke hinter der Trauerhalle machte kurz ein Turmfalke aus dem Wasserwerk Rast. Zu erkennen war er, als er in dem für ihn typischen Rüttelflug über die Felder zog und nach Mäusen jagte. Zu hören waren auf der Wanderung ein Specht sowie Rufe des Laubsängers Zilpzalp, von Tauben, Grünfinken und Amseln. Zu hören waren die Tiere fast überall, nur sehen ließen sich die Vögel kaum.

Informationen zur »Stunde der Gartenvögel«, zur Meldung der Zählung und viele Tipps gibt es im Internet unter www.nabu-karben.de und unter www.stunde-der-gartenvoegel.de.

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