06. Mai 2008, 14:36 Uhr

Vorentwurf zum Bebauungsplan »Sauerborn« wird im Ortsbeirat vorgestellt

Karben (dit). Etwa 54 Grundstücke werden im Kloppenheimer Neubaugebiet »Sauerborn« erschlossen. Die rund vier Hektar große Fläche schließt sich nördlich der Straße Im Sauerborn an die bestehende Bebauung an. Der Vorentwurf zum Bebauungsplan wurde im Rahmen der 8. öffentlichen Sitzung des Ortsbeirates vorgestellt, zu der Ortsvorsteherin Marita Scheurich mehr als 30 Interessierte in der Ratsschänke begrüßen konnte.
06. Mai 2008, 14:36 Uhr

Im Beisein von Erstem Stadtrat Dr. Gerd Rippen und Gunther Thias von der Hessischen Landgesellschaft (HLG) erläuterte Städtebauarchitektin Elisabeth Schade (Planungsbüro Holger Fischer, Linden) das Konzept. »Im Mittelpunkt der Planung steht ein allgemeines Wohngebiet. Außerdem werden ein Kinderspielplatz, zwei öffentliche Parkplätze im Westen und im Osten des Plangebietes sowie ausreichend dimensionierte Flächen für Lärmschutzmaßnahmen ausgewiesen«, erklärte sie. Auf durchschnittlich 470 Quadratmeter großen Grundstücken seien hauptsächlich Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zwei Wohneinheiten vorgesehen. Ein fünf Grundstücke umfassender Bereich verbleibe für andere Wohnbauformen. Nicht störendes Gewerbe sei erlaubt.

Die Erschließung erfolge über eine Parallelstraße zur Straße Im Sauerborn, die Anbindung an die Frankfurter Straße möglichst weit von der Kreuzung B3/L 3205/Frankfurter Straße entfernt. »Um Rückstaus zu vermeiden, sollte ein Abstand von etwa 60 Metern eingehalten werden.« Eine weitere Anbindung erfolge über eine Verlängerung des bestehenden Weges im Geringsweg. Bei der Herstellung der von der Frankfurter Straße zum Geringsweg führenden Verbindungsstraße solle eine »optische und plastische Bremse« für den Durchgangsverkehr eingebaut werden, damit sich die etwa 250 Meter lange Straße nicht zur Rennstrecke entwickle.

Innere Erschließung in U-Form

Die innere Erschließung, die sich wie ein U-förmiger Boden durch das Gebiet ziehe, folge der Vorstellung, die Baugrundstücke überwiegend von Norden aus zugängig zu machen. »Die Grundstücke sind nach Süden ausgerichtet.« Dies erhöhe die Lebensqualität und berge Vorteile bezüglich der Nutzung regenerativer Energieformen. »40 Prozent der Fläche eines Grundstücks – exklusive Garagen – dürfen bebaut werden«, so Schade, die auf weitere Reglementierungen aufmerksam machte. Die Anzahl der Vollgeschosse der Häuser, die in offener Bauweise errichtete werden, beträgt zwei. Die maximale Traufhöhe ist auf 6,50 Meter, die Firsthöhe auf 10,50 Meter begrenzt. »Bezugspunkt ist die Fahrbahnoberkante.« Ein seitlicher Grenzabstand von drei Metern ist zu wahren, in Bezug auf Garagen ist Grenzbebauung zulässig. Vorgegeben sind Dachformen, Dachneigung und Dachfarben. Zu den Grundstücksgrenzen der bestehenden Bebauung »Im Sauerborn« wird ein Mindestabstand von sieben Metern gewahrt. Der Feldweg an der derzeitigen nördlichen Bebauungsgrenze bleibt erhalten.

Die Stellplatzsatzung der Stadt sieht bei Zweifamilienhäusern eineinhalb Stellplätze pro Wohneinheit, bei Einfamilienhäusern zwei Stellplätze vor. Für jedes Haus im Neubaugebiet wird es eine Zisterne von mindestens vier Kubikmetern Volumen geben, in der das Niederschlagswasser gespeichert wird. Die Entwässerung erfolgt laut Thias im Mischsystem durch Anschluss an bereits vorhandene Kanäle, deren Rohrdimension im Geringsweg vergrößert werden muss. »Die Kosten für die im Zusammenhang mit der Vergrößerung des Kanals stehenden Maßnahmen im Geringsweg trägt die HLG. Auf die Anlieger kommen keine Unkosten zu«, informierte er.
Ein Bürger gab zu bedenken, dass durch die zusätzlichen Wassermengen aus dem Neubaugebiet, die über den Geringsweg in den Kanal in der Bahnhofstraße geleitet werden sollen, ein Rückstau im Kanal der Bahnhofstraße verursacht werden könnte. Die HLG finanziert laut Thias auch die Wasser, Kanal und Straßenbau umfassende Erschließung des Neubaugebietes sowie den Bau des Kinderspielplatzes und erforderliche Lärmschutzmaßnahmen. Eine schalltechnisches Gutachten und ein Umweltgutachten würden derzeit erstellt.

Verkauf an Private und Bauträger

Denkbar sei es, die Grundstücke an Privatleute und/oder Bauträger zu veräußern, erklärte Thias, nach dessen Einschätzung die Erschließung eventuell schon im Frühjahr 2009 beginnen könnte. Nach Vorstellung der Planungen obliege nun den Kommunalpolitikern die Entscheidung. Stimmten sie zu, würden im nächsten Schritt die Träger öffentlicher Belange einbezogen. »Der Bebauungsplan könnte noch 2008 rechtskräftig werden. Ausschreibungen könnten noch im Winter durchgeführt werden«, schätzte er.
Einer Erweiterung im Osten, die eine Bebauung bis an den zum Toom-Markt führenden Fußweg vorsieht, stimmten alle Mitglieder des Ortsbeirats Kloppenheim zu. Eine östlich des Fußweges gelegene, an die bestehende Bebauung »Im kleinen Sauerborn« anschließende Fläche gehört ebenfalls zu dem Neubaugebiet.



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