12. Januar 2016, 19:33 Uhr

Kassold beklagt Zeitpunkt der Schwimmbad-Revision

Karben (pe). SPD-Bürgermeisterkandidatin Susanne Kassold ist verärgert darüber, dass das Hallenfreizeitbad in den Weihnachtsferien wegen Revisionsarbeiten geschlossen war. Die ehemalige stellvertretende Bezirksleiterin des DLRG-Bezirks Frankfurt nennt es ein »gutes Beispiel, wie man Politik nicht gestalten sollte«.
12. Januar 2016, 19:33 Uhr
Silikonierer Seyran Tac verfüllt im Hallenfreizeitbad die Fugen. Hätte er das eher zu einer anderen Jahreszeit tun sollen? (Foto: Holger Pegelow)

Die Badsanierung sei nur halbherzig durchgeführt worden. Zudem seien die Kosten aus dem Ruder gelaufen: »4,5 Millionen Euro Investition statt der geplanten 2,5 Millionen. Dabei ist das Bad nicht Wettkampf geeignet, besitzt keinen Startblock, keinen Sprungturm oder eine attraktive Rutsche und ist nicht einmal barrierefrei«, sagt Kassold, die nach eigenem Wort darüber fassungslos ist. Nun habe man in den Ferien den Zeitpunkt für eine Revision »schlecht gewählt«, denn ausgerechnet jetzt, wenn das Wetter nicht zum Spielen im Freien einlädt, sei ein Familien- und Freizeitbad von besonderer Bedeutung.

Bürgerwünsche ignoriert

Überrascht sei sie darüber, wie mit den Wünschen der Bürger umgegangen werde. »Das Hallenbad müsste als attraktives Freizeit- und Erlebnisbad dienen. Doch weder zum Feierabend noch zu Wochenendzeiten ist das Bad gefüllt«, sagt Kassold. Und weiter: »Sehr viele« Bürger hätten sich mit Beschwerden an sie gewandt. Sie wünschen sich ein Bad, »dessen Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt«. Dabei würden sie ihre Wünsche, wie eine Cafeteria oder einen Lesebereich, offen äußern. Doch wie die Stadt auf diese Anliegen reagiere, sei »alles andere als bürgerorientiert«.

Sie selbst will es als Bürgermeisterin besser machen. Sie verspreche, mehr auf die Belange der Bürger einzugehen und diesen ein offenes Ohr zu schenken. »Ich will diese Stadt gemeinsam gestalten – und dazu gehört für mich, alle miteinzubeziehen«, erklärt sie abschließend.

Mit der Kritik der SPD-Bürgermeisterkandidatin zeigt sich der für das Schwimmbad zuständige Stadtrat nicht einverstanden. Zu den Gründen der Revision habe man schon ausführlich Stellung bezogen. In der Zeit der Verantwortlichkeiten der SPD-Grünen-Stadtregierung für das Karbener Bad sei die Wartung »sehr nachlässig gehandhabt« worden. Es gebe keinerlei Dokumentation darüber. Für ihn sei es selbstverständlich, die gesetzlichen und hygienischen Vorgaben einzuhalten. Dies könne nicht bei laufendem Betrieb und befülltem Schwimmbecken gehen.

Was die Baukosten angehe, stelle er fest, dass kein einziges der Gewerke während der Bau- und Sanierungsphase doppelt erstellt worden sei aufgrund von Fehlplanungen oder mangelhafter Bauausführung. Dies stehe klar im Kontrast zu den entdeckten Baumängeln an der Holzträgerkonstruktion, am Schwallwasserbehälter oder den tragenden Betonsäulen.

Es gebe »keinen sinnvollen belegbaren Kritikpunkt der Opposition«. Sowohl in der Planung als auch in der Bauphase wie auch nach Vorliegen der Schlussrechnungen sei alles offengelegt, und es seien alle Anfragen beantwortet worden. In der Betriebskommission der Stadtwerke seien alle beauftragten Gewerke einstimmig beauftragt worden. »Von meinem Angebot, alle Akten und Unterlagen im Nachgang einzusehen, haben weder SPD noch Grüne jemals Gebrauch gemacht«, betont Ottens.

Das Karbener Schwimmbad sei ganz klar als Familienbad und nicht als Sportbad konzipiert. Dies könne man an der extensiven Nutzung durch Schwimmunterricht der umliegenden Schulen sowie den vielen Kursen sehen. Ebenso sei in der Planungsphase, teilweise schon vor seiner Zeit als Dezernent, beschlossen worden, keine Cafeteria mehr in das Bad einzuplanen. »Hintergrund waren die negativen Erfahrungen wie sehr häufiger Pächterwechsel, Mietaußenstände, verschwundene Einrichtungsgegenstände. Kleine Snacks und Getränke würden an Automaten zur Selbstbedienung angeboten. Und Sitzmöglichkeiten sind ausreichend sowohl im Foyer wie vor der Schwimmhalle bzw. im Bad auf der Empore vorhanden.« Sowohl von dem Zuschnitt des Beckens, der Länge der Schwimmbahnen bzw. der Anzahl der Schwimmbahnen war und ist das Karbener Schwimmbad kein Sportbad. Die Äußerungen Kassolds zeigten »ein hohes Maß an Unwissenheit«. Ottens abschließend: »Vielleicht sollte sie sich in Zukunft besser informieren bzw. nicht zu sehr auf die ortsansässigen SPD-Stichwortgeber hören.«

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