29. Juli 2015, 18:53 Uhr

Rettungshundestaffel besucht Johanniter-Ferienlager

Karben (aho). »Auf einmal fing der junge Mann mit Downsyndrom an, die Europahymne anzusingen. Und weil ihm das viel Spaß machte, stimmten die anderen ein«, berichtet Ascan Wieck vom Johanniterorden. Wieck leitet das 17. einwöchige Ferienlager für geistig und körperlich Behinderte im Petterweiler Pfadfinderzentrum Lilienwald.
29. Juli 2015, 18:53 Uhr
Das Laufen auf dem Brett über Fässern ist eine der Übungen, die die Rettungshundestaffel beim Zeltlager zeigt. (Foto: Andreas Hofmann)

Weitere Leiter des Zeltlagers sind Ludwig zu Waldeck und Pyrmont sowie Hubertus Riedesel Freiherr zu Eisenbach.

Das diesjährige Thema ist Abraham, von dem der Prädikant Udo Prinz zu Löwenstein in seinen Andachten immer wieder spricht, und die Geschichten den Gästen und Betreuenden erzählt. Alle Helfer sind ehrenamtlich tätig, und wenn man sich mit dem einen oder anderen unterhält, fällt oft das Wort vom »Lagervirus«, was nicht weniger bedeutet, als dass es ihnen Spaß macht, eine Woche ihres Jahresurlaubs zu investieren, um geistig oder psychisch behinderten jungen Menschen ein abwechslungsreiches und fröhliches Ferienlager zu ermöglichen. Als Programmpunkte für 25 Behinderte zwischen 17 und 40 Jahren stehen therapeutisches Reiten in Altenstadt, Malerei, Holz-, Bastelarbeiten und Musik an. »Wir ermöglichen der Familie eine Woche Urlaub von der Intensivbetreuung eines behinderten Kindes.« Das bedeutet sowohl für die Eltern als auch für das »Kind« eine andere Erfahrung im Jahr. An diesem Montag zeigten sechs Hundeführerinnen und -Führer der Johanniter-Hunde-Rettungsstaffel Gießen auf der Wiese im Lilienwald eine Vorführung. Hier engagieren sich rund 70 Helfer: IT-Experten, Juristen, Kaufleute, Pädagogen, aber auch Abiturienten und Studenten, die zum Teil dem Johanniterorden angehören. »Auch Freunde und Familienangehörige packen mit an«, sagt Ascan Wieck, dessen Familie komplett involviert ist. Seine Frau bereitet in der Küchen-Crew täglich zwei Mahlzeiten für alle zu.

Die weiteste Anfahrt hatte Peter Guen aus Washington D.C./USA, der als Helfer seit 2008 nach Karben kommt. Er hatte auf einer Pilgerreise in Jerusalem von diesem Sommerlager gehört. »Auch wenn ich arbeitsbedingt nicht die ganze Woche bleiben kann, versuche ich wenigstens, zwei, drei Tage hier zu sein.« Der dienstälteste Betreuer ist Christoph Alenfeld. Er war von Anfang an dabei, als der Gründer Hans v. Hoff von der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Taunus mit den Sommerlagern in Petterweil anfing. »Die Idee war damals neu, und ich wurde dazu überredet. Bin aber seitdem immer gern dabei.« Und natürlich passiert bei 16-jähriger Erfahrung immer wieder Unvorhergesehenes. So verletzten sich diesmal beim Fußball zwei Teilnehmer und ein Betreuer, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten. »Aber zwei sind dabei geblieben und pflegen ihre Blessuren hier im Lager, während ein Gast aufgrund seiner Knieverletzung leider nicht mehr teilnehmen kann«, bedauert Wieck.

»Immer neu ist jährlich die Mischung der rund 25 Gäste.« Denn es gibt geistig oder psychisch behinderte Jugendliche und junge Erwachsene, die als Gäste an diesem Ferienlager teilnehmen. »Da haben wir Gäste, die wir einschätzen können, weil sie schön öfter dabei waren, und ein Drittel neuer Gäste. Die würden vom medizinischen Betreuer Arndt Wichelmann nach ihren Einschränkungen und Bedürfnissen eingeschätzt und entsprechend eingeteilt. Unterstützt wird Wichelmann von vier studierten Medizinern und drei ausgebildeten Krankenschwestern, die hier ebenfalls ehrenamtlich tätig sind.

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