06. Juni 2011, 10:55 Uhr

Gisela Spruck spendet Kruzifix an Justinerkirche

Glauburg (vc). Es ist vermutlich ein weltweit einmaliger Gegenstand, den Gisela Spruck - langjährige Vorsitzende des Denkmalbeirats des Wetteraukreises - der Justinuskirche in Frankfurt gestiftet hat.
06. Juni 2011, 10:55 Uhr
Gisela Spruck und der Vorsitzende des Vorstands der »Stiftergemeinschaft Justinuskirche«, Ernst-Josef Robiné, präsentieren das gestiftete Kreuz. (Foto: pv)

Am Sonntag wurde er vom Frankfurter Stadtdekan zu Eltz - übrigens ein Onkel von Karl-Theodor zu Guttenberg - bei einer festlichen Messe geweiht.

Auf den ersten Blick handelt es sich um ein unscheinbares kleines Bronzekruzifix. Das Kreuz hat es aber in sich, denn es stammt aus dem 10. Jahrhundert. Gegenwärtig scheint weltweit kein älteres Kruzifix bekannt zu sein. Gefunden wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg bei Bauarbeiten in Roßdorf bei Hanau. Fürst Otto Friedrich zu Ysenburg und Büdingen kaufte und verkaufte es wieder, auf dem Erbweg landete es bei Gisela Spruck.

Die Glauburgerin wollte das Kruzifix aber nicht für sich behalten und hat es einer Bestimmung zugeführt, die mit dem Fundort in enger Verbindung steht.

In Roßdorf bestand seit Ende des 12. Jahrhunderts ein Kloster der Antoniter, einem Orden von Geistlichen, der sich der Pflege von Kranken widmete. Die Klostergründung geht offensichtlich darauf zurück, dass in der Nähe die Reffenstraße vorbeiführte, damals noch die Hauptverbindung von Frankfurt nach Osten. 1441 verließen die Antoniter Roßdorf und ließen sich an der Justinuskirche in Höchst nieder, wo ihr Kloster bis 1803 bestand. Nach der Aufhebung des Klosters blieb die Justinuskirche katholische Pfarrkirche. Die Kirche stammt aus der karolingischen Zeit und ist eine der ältesten Kirchen in Deutschland.

In Roßdorf, das mit der Grafschaft Hanau im 16. Jahrhundert evangelisch wurde, ist das Kloster dagegen nur noch Erinnerung. Es findet sich nur noch ein bescheidenes Stück Mauerwerk. Dass in der Nachbarschaft in Butterstadt mitten in geschlossen evangelischer Umgebung ein kleines katholisches Dorf mit eigener Kirche an der »Antoniterstraße« liegt, geht aber auf die Antoniter zurück, die ihren dortigen Besitz behielten.

Gisela Spruck hat bewusst das einmalige Stück der Justinerkirche gestiftet, die mit ihm am engsten verbunden ist. Die Spende entgegen nahm Ernst-Josef Robiné vom Verein »Stiftergemeinschaft Justinuskirche«.

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