10. Mai 2011, 11:35 Uhr

Hunderte Besucher bei der Museumseröffnung am Glauberg

Glauberg (geo). Nach der offiziellen Eröffnung des Keltenmuseums am vergangenen Donnerstag kamen am Wochenende nun die Besucher, um das Museumsgebäude und die Originalfunde zu sehen.
10. Mai 2011, 11:35 Uhr
Museumspädagoge Thomas Lessig-Weller erklärt Paul Müller aus Seligenstadt, wie die Kelten Feuer entfachten. (Fotos: Lori)

Hunderte von Touristen aus ganz Deutschland und angrenzenden europäischen Ländern waren angereist, um das neue Museum genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gemeinsam war allen, dass sie mehr über das geheimnisvolle Volk der Kelten erfahren wollten. Der Besuchermagnet schlechthin war die 600 Quadratmeter große Ausstellungsfläche mit der Originalstatue des Keltenfürsten. Es gab aber noch mehr zu bestaunen.

Kurzvorträge beleuchteten die Geschichte der Kelten und die Restaurierung der Funde. Kinder ließen sich schminken, vertrieben sich die Zeit mit Malvorlagen des Keltenfürsten, nutzten die Spiele mit Comic-Helden an Audio-Stationen und hatten Spaß beim Lanzenstechen, Schleudern und dem Luftballonweitflugwettbewerb. Die erlebnisorientierte Vermittlung der keltischen Lebensweise unterstreicht die zukünftige Ausrichtung der Landesarchäologie. Die Besucher dürfen selbst zu Wissenschaftlern werden, mitmachen, erforschen und in die keltische Welt eintauchen. Das kommt gut an.

Dass das Museum eröffnet wurde, erfuhr Jochen Bradel aus Ilbenstadt aus dem Internet. Spontan lud er seine Frau Melanie und die beiden Töchter Johanna und Christina zu einem Ausflug nach Glauberg ein. »Das Museum macht Eindruck«, ist sich die Familie einig.

Die zehnjährige Lisa aus Gedern sitzt schweigend in einer Audio-Nische, dem wohl kuscheligsten Element der Ausstellung. Sie gibt zu, noch sehr wenig über die Kelten zu wissen. Trotzdem: »Ich finde das Museum schön. Die ausgestellten Armreifen sind cool«, sagt sie. Wie man sich Wissen über die Kelten aneignen kann, hat Sven Weissenstein aus Obertshausen inzwischen herausgefunden. Der Zehnjährige ordnet an einer Audio-Station keltischen Figuren das passende Outfit zu. Nach und nach kleidet er sie alle ein: den bärenstarken Schmied mit dem weichen Herzen, den Barden ohne festen Wohnsitz und den Krieger mit den blauen Tattoos.

Hans Rudolf Schaer hat eine genetische Herkunftsanalyse erstellen lassen. Der Schweizer ist davon überzeugt, keltische Vorfahren zu haben. Viele seiner Verwandten leben in Irland und England. Er möchte im Museum so viel wie möglich über die Kelten erfahren.

Am Nachmittag drängen sich auf dem Außengelände mehr und mehr Besucher. Felix Reisdorf aus Oberschlettenbach übt das Lanzenstechen. Die fünfjährige Katharina aus Brachtal freut sich im Kinderzelt über die Bemalung ihres linken Arms mit einem keltischen Muster. Heiner Zeller aus Frankfurt erzählt von seinen Jugenderinnerungen. »Vor 60 Jahren habe ich als Pfadfinder an einem Zeltwochenende auf dem Glauberg teilgenommen«, sagt der 73-Jährige. Er ist mit Ehefrau Vlada und den Kindern Klara, Lisa und Lev angereist.

Mathilde Herzig aus Neu-Ysenburg vermisst Orientierungspunkte beim Panoramafenster und Markierungen, die auf die Fürstengräber hinweisen. Einige Besucher begeben sich auch auf Archäobotanische Spurensuche, erfahren, wie Familie Feuerstein lebte oder, was die Kelten zu Mittag aßen.

Umfangreiche Lektüre über die Kelten gibt es im Museumsshop, wo sich auch ein Infoschalter befindet, der auf zusätzliche Angebote in der Kulturlandschaft Wetterau hinweist. Einen faszinierenden Schlusspunkt unter die Feierlichkeiten setzte ein Feuerwerk mit über 120 Raketen, Fontänen und Böllern.



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