05. Mai 2011, 10:45 Uhr

Fürst herrscht wieder über »Keltenwelt«

Glauburg (dpa/lhe) Die »Keltenwelt am Glauberg«, das Museum, das Zeit und Alltag der antiken Kelten vermitteln soll, wird am Donnerstag, dem 5. Mai, eröffnet.
05. Mai 2011, 10:45 Uhr
In dem neuen Museum werden Funde aus keltischen Herrschergräbern gezeigt, darunter auch die Statue des Keltenfürsten. (Foto: dpa/lhe)

Ministerpräsident Volker Bouffier, Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und der Landesarchäologe Prof. Dr. Egon Schallmayer haben ihr Kommen angekündigt.

Einen Tag später öffnet es seine Pforten für die Besucher, zudem steigt ein Museumsfest vom 7. bis 8. Mai. »Wir sind nach den Jahren der Planung und der Arbeit jetzt neugierig, wie das Museum ankommt«, sagte die Leiterin der Einrichtung, Katharina von Kurzynski.

Das Land investierte nach Angaben des Wissenschaftsministeriums fast neun Millionen Euro in den Neubau in der Gemeinde Glauburg. Der Grundstein für das Museum, zu dem auch ein archäologischer Park und ein Forschungszentrum gehören, wurde 2008 gelegt.

  In dem Museum werden unter anderem Funde aus keltischen Herrschergräbern gezeigt, die in den 90er Jahren auf dem Glauberg ausgegraben wurden - darunter die mannshohe Steinstatue eines Herrschers aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Ausgestellt werden auch Alltagsgegenstände der Kelten, die auf dem 270 Meter hohen Hügel über der heutigen Wetterau-Gemeinde Glauburg etwa um das 5. Jahrhundert vor Christus siedelten.

Die als »Keltenfürst vom Glauberg« bekannt gewordene Statue hat in den Ausstellungsräumen bereits Aufstellung genommen. Im Lauf dieser Woche sollten die letzten Exponate folgen. Insgesamt werden mehrere hundert antike Fundstücke gezeigt. Erwartet werden bis zu 80 000 Besucher pro Jahr.

Die Besucher sollen die Welt der Kelten auf eine »fröhlich-unkonventionelle« Weise erfahren, wie Leiterin von Kurzynski erklärte. »Wir hoffen, dass viele Menschen fröhlich ins Museum kommen und noch fröhlicher hinausgehen.« Es gebe zwar wie sonst auch Ausstellungsvitrinen und Texte zu den Exponaten. Daneben sollen aber verschiedene Medien, Mitmach-Angebote oder ein Comic Wissen vermitteln. Dafür laufen derzeit die allerletzten Vorbereitungen und Testdurchläufe. Zum Konzept gehört auch, den »Keltenfürst« nicht hinter Glas zu packen. Besucher können ihn aus der Nähe bewundern.

Vor einigen Tagen kehrte die berühmte Statue in ihre »Heimat« zurück. Restauratoren brachten sie »ganz, ganz, ganz vorsichtig« auf den Glauberg, wie die Museumsleiterin berichtete. Zuvor war die Figur jahrelang im Wiesbadener Schloss Biebrich unter der Aufsicht von Restauratoren aufbewahrt worden.

Jetzt steht der Herrscher aus Sandstein also wieder auf dem Glauberg, wo ihn Archäologen vor Jahren ausgruben. Für den Umzug seien mehrere Stunden Arbeit nötig gewesen sowie feinfühlige Helfer, zwei Kräne und ein pfiffig geplanter Aufzug, erläuterte von Kurzynski. Nun steht sie dort auf einem Podest - und zwar äußerst standfest, wie die Museumsleiterin betonte.

Die »Keltenwelt« ist ab 6. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5, ermäßigt 3,50 Euro.

Die Eröffnung wird vom 7. bis 8. Mai mit einem Museumsfest gefeiert. Am Samstag, 7. Mai, öffnet das Museum von 10 bis 21 Uhr, Aktionen gibt es von 12 bis 19 Uhr, abends ist eine Feuershow und Feuerwerk geplant. Am Sonntag, 8. Mai, hat es von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Aktionen laufen bis 17 Uhr.

Zum Streifzug-Interview mit der Museumsleiterin



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