21. April 2011, 20:15 Uhr

Der Keltenfürst ist wieder zu Hause

Glauburg (chh). Der Keltenfürst ist wieder in der Heimat. Am Mittwoch haben Restauratoren und Zivildienstleistende die 240 Kilogramm schwere Sandsteinstatue aus der Landesarchäologie in Wiesbaden in das Keltenmuseum gebracht.
21. April 2011, 20:15 Uhr
Der 2500 Jahre alte Fürst ist zurück in seiner keltischen Heimat. (Foto: pv)

Museumsleiterin Katharina von Kurzynski sprach von einer »logistischen Meisterleistung«. Der Eröffnung am 5. Mai steht also nichts mehr im Wege.

Rund 15 Jahre ist es her, dass der Fürst die ehemalige Keltensiedlung am Glauberg das letzte Mal gesehen hat. Keine lange Zeit für jemanden, der an gleicher Stelle rund 2500 Jahre unter der Erde gelegen hat. Nach dem sensationellen Fund im Jahr 1996 hat die 1,86 Meter große Sandsteinstatue die meiste Zeit in der Landesarchäologie in Wiesbaden verbracht. Nach kurzen Ausflügen nach Darmstadt, Frankfurt und Italien, wo er auf Sonderausstellungen zu sehen war, ist der Keltenfürst nun wieder zu Hause. Dabei war der Transport alles andere als einfach.

Schon früh morgens ging es los. Das Team um Restaurator Frank Bodis hatte den Herrscher mit den Mickey-Mouse-Ohren in eine Holzkiste gelegt. Zugeschnürt und sicher verpackt wurde die wertvolle Ware in einem Transporter verstaut, Brodis setzte sich höchstpersönlich hinters Steuer. »Wir müssen sehr vorsichtig fahren, jede Erschütterung birgt ein Risiko«, sagte er dem Hessischen Rundfunk, der exklusiv bei der Aktion dabei sein durfte. Zwar hätten Untersuchungen keine Hinweise auf unsichtbare Haarrisse gegeben, ein Restrisiko bleibe dennoch.

Nach 88 Kilometern die nächste Hürde: Wie transportiert man eine 240 Kilogramm schwere Sandsteinstatue in das Keltenmuseum am Glauberg? Genauer gesagt in den ersten Stock? Die Antwort: Mit vielen helfenden Händen und Erfindergeist. Mit Hilfe einer Stahlrampe und eines kleinen Krans, beides in Eigenregie hergestellt, wurde der Fürst aus der Kiste gehievt und in den ersten Stock gebracht. Mit einem Gerüst aus Flaschenzügen brachte das Team die Statue in eine aufrechte Position. Ein riskantes Unterfangen, der kleinste Fehler könnte Steinfragmente abplatzen lassen. Doch es ist alles gutgegangen, der Keltenfürst hat die Prozedur unbeschadet überstanden.

Zur Freude von Museumsleiterin Katharina von Kurzynski: »Es ist s ehr schön und beruhigend, dass der Fürst endlich wieder am Glauberg ist«, sagte sie der WZ. Das Team aus Restauratoren und Zivildienstleistenden habe die Statue liebevoll transportiert. Gerade für die Zivis sei die Aktion »fürchterlich aufregend« gewesen. »Das war eine logistische Meisterleistung des Teams.«

Nach 15 Jahren ist die Statue also endlich wieder zu Hause. Und diesmal nicht unter der Erde, sondern in aufrechter Position mit Blick über sein keltisches Reich. So wie es sich für einen echten Herrscher gehört.

Das Video der »Hessenschau« über den Transport des Keltenfürsten kann auf der Internetseite www.hr-online.de angesehen werden.

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