16. August 2019, 20:17 Uhr

puR ist Geschichte

16. August 2019, 20:17 Uhr
Cornelia Launhardt (l.) und Herbert Wyrwoll übergeben das Restvermögen der parteiunabhängigen Rosbacher an Marie-Christin Kunz von »Bärenherz«. (Foto: pm)

Die Wählergruppierung puR (parteiunabhängige Rosbacher) hat von 1997 bis 2015 die Kommunalpolitik in Rosbach mit geprägt. Nun ist sie endgültig Geschichte. Der Verein ist aufgelöst - wovon schwerstkranke Kinder profitieren.

Man erhoffe sich »wegen der gleichnamigen Musikgruppe einen hohen Wiedererkennungswert«, hatte es bei der Gründungsversammlung am 15. Januar 1997 geheißen. Zuvor hatten die elf Gründungsmitglieder über einen passenden Namen diskutiert. Vorschläge wie URW (Unabhängige Rosbacher Wähler), RUW (Rosbacher Unabhängige Wählergruppe) oder WIR (Wählerinitiative Rosbach) standen im Raum.

Einig war man sich damals auch über die Notwendigkeit einer weiteren politischen Kraft in Rosbach: »Die etablierten Parteien und Gruppierungen sind in ihren Strukturen so erstarrt, dass man über manche Dinge nicht mehr offen reden kann«, zitierte die WZ den ersten Vorsitzenden Miachel Hendrisch-Verseck. Das Versprechen, nicht von bundespolitischen Tendenzen beeinflusst zu sein, zog: Gleich bei der ersten Kommunalwahl zog puR mit über 9 Prozent der Stimmen ins Parlament ein. Dort bezog die Partei oft Position gegen Bürgermeister Detlef Brechtel - und bekam 2001 die Quittung. Auf seine Intention hin sollte puR aus dem eigens dafür verkleinerten Magistrat fliegen. Die puR-Vertreter verließen bei der Abstimmung den Saal - und rächten sich später, indem sie durch einen Pakt mit der Brechtel-Opposition doch noch mit einem Vertreter in die Stadtregierung kamen.

Während die Unterstützung für den SPD-Vorsitzenden Dieter Launhardt bei der Bürgermeisterwahl 2002 nicht zum Erfolg führte, klappte es zehn Jahre später besser: Mit 10,2 Prozent der Stimmen bei der Kommunalwahl 2011 im Rücken, hievte puR in Zusammenarbeit mit der SPD den damaligen Echzeller Ordnungsamtsleiter Thomas Alber ins Rathaus. Mit bekanntem Ergebnis.

Politischer Rückzug 2015

Nach drei Jahren mit vielen Missverständnissen zogen die drei führenden puR-Köpfe Herbert Wyrwoll, Cornelia Launhardt und Arndt Schöniger einen Schlussstrich und verkündeten, bei der kommenden Wahl nicht mehr anzutreten. Auch der Umstand, dass sich zu wenige Rosbacher und Rodheimer fanden, die kommunalpolitisch mitarbeiten, führte zum Ende; auch wenn der Verein noch ein paar Jahre weiter existierte.

Wie Wyrwoll nun mitteilt, war bei der letzten Mitgliederversammlung die Auflösung von puR beschlossen worden, die jetzt wirksam wurde. Die verbliebenen Mitglieder entschieden, das Restvermögen von 2050 Euro an die Stiftung Bärenherz in Wiesbaden zu spenden, die sich für schwerstkranke Kinder einsetzt.

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