31. März 2019, 20:08 Uhr

Zwischen Brexit und Whiskey

31. März 2019, 20:08 Uhr
Tänzerinnen des Ballettstudios Rogoschinski zeigen Irish Step. (Fotos: lod)

Die Brexit-Diskussion hat sich wie ein roter Faden durch die St-Patrick’s-Day-Feier der Friedberger Gesellschaft zur Förderung deutsch-irischer Verständigung gezogen. Gefeiert wurde am Freitagabend im voll besetzten Dorheimer Bürgerhaus. »Ich habe vorsichtshalber schon mal einen Reisepass beantragt«, sagte eine Teilnehmerin der nächsten Studienfahrt der »Deutsch-Iren«, die Ende September nach Nordirland führen soll.

Auch Karl Buxmann, seit Gründung der »ehrenwerten Gesellschaft vor 42 Jahren« deren Präsident, ging in seiner Begrüßung auf den Brexit ein – an dem Tag, an dem zum dritten Mal im britischen Parlament die Entscheidung gegen den ausgehandelten Brexit-Vertrag getroffen wurde: »Die Folgen für Irland sind riesig. Dass die Briten, das nicht hinkriegen, hängt mit dem britischen Imperialismus zusammen. Sie haben noch immer einen Teil Irlands annektiert.« Buxmann befürchtet, »dass das die Briten nicht mehr hinkriegen. Wir Europäer sind doch mehrheitlich der Meinung, dass Großbritannien zu Europa gehört.«

Ein »Brexit-Song« zum Auftakt

Trotz der nicht gerade rosigen Brexit-Aussichten wurde dann doch kräftig gefeiert, wofür das Akustik-Trio »Paddy goes to Holyhead« um Sänger, Gitarrist und Harp-Virtuose Paddy Schmidt sorgte. Seit fast 40 Jahren ist Paddy regelmäßiger Gast bei den Deutsch-Iren. »Ihr werdet jedes Jahr ein Jahr älter«, sagte der Vollblutmusiker, der zusammen mit der virtuosen Geigerin Almut Ritter, die auch mal zur Whistle griff, sowie Uhu Bender mit seinem groovigen Bass überzeugte. »Wir fangen gleich mal mit einem ›Brexit-Song‹ an«, kündigte Paddy an und eröffnete sein Programm mit dem Klassiker »Leavin’ of Liverpool«, übersetzt Liverpool verlassen – was zur Brexit-Diskussion irgendwie passt. Schon da wurde mitgesungen und beim anschließenden »500 Miles« kräftig mitgeklatscht. Zwischen den Klassikern überzeugte das Trio auch mit zahlreichen Eigenkompositionen Paddys. Der Spaß des Trios auf der Bühne übertrug sich nahtlos auf die Besucher, von denen viele etwas Grünes trugen, so wie es die irische Tradition will. Wer nichts Grünes dabei hatte, der konnte am Info-Stand unter anderem St.-Patricks-Day-Hüte oder Ketten in den irischen Nationalfarben kaufen.

Die irische Nationalflagge in den Farben Grün, Weiß und Orange und vor allem die Farbe Grün waren im ganzen Saal zu finden. Selbst die Servietten gab es in den irischen Nationalfarben. »Das macht einfach Spaß hier«, meinte eine der vielen ehrenamtlichen Helfer beim Belegen der Brote mit irischem Käse in der Küche. Gefragt waren auch Spareribs mit Kartoffeln und Dip. Zu den Speisen mundeten Guinness, Cidre oder auch ein irischer Whiskey. Ein Höhepunkt war der Auftritt der Irish-Dance-Gruppe des Friedberger Ballettstudios Rogoschinski, die mit Irish Step und Irish Dance für Beifallsstürme sorgten. Der Auftritt endete mit dem traditionellen irischen Tanz »The waves of Tory«, den die Tänzerinnen und ein Tänzer anschließend mit den Besuchern vor der Bühne tanzten. Da wurde es eng und manchmal auch etwas chaotisch, doch das Durcheinander bereitete Akteuren und Zuschauern gleichermaßen Spaß. Getanzt wurde dann wieder zur Musik von Paddy und seinen Mitstreitern, die erst nach einem langen Zugabeblock die Bühne verlassen durften.

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