12. April 2019, 20:37 Uhr

Zum Nachdenken

12. April 2019, 20:37 Uhr
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Aus der Redaktion

Immer noch lebendig!

Unsere Kita-Kinder üben in der Kirche ihren Ostergottesdienst ein. Sie spielen kinderecht den Leidensweg Jesu nach. Meine Gedanken schweifen ab. Vor mir sehe ich, wie in einem Film, den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag. Jesus wurde gefeiert wie ein Superstar. Menschenmassen jubelten ihm zu. Er sollte ihr König werden.

Ein König, der kostenfrei für Gesundheit und heilvolles Leben sorgt, der friedvolles und sorgenfreies Miteinander ermöglicht. Was die Menschen damals an Jesus irritierte, war die Tatsache, dass er nicht in Pracht und Würde daher kam, sondern auf einem geliehenen Esel. Seine Botschaft war: »Wer der Größte sein will, soll Diener aller sein.« Wer aber möchte schon Diener sein? Möchten wir nicht lieber bestimmen, wo es langgeht, darüber entscheiden, was wie gemacht wird?

Die jubelnde Menge in Jerusalem war nicht in der Lage, Jesus und seiner Botschaft nachzufolgen. Die verlockenden Argumente der Mächtigen und Reichen erschienen ihnen angemessener. Auf diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass dieselben Menschen am Karfreitag nicht mehr Hosianna riefen, sondern: »Ans Kreuz mit ihm.«

Dieser Ruf klingt bis heute, vielleicht lauter denn je, ob in Nationalhymnen, in der Politik (»America first«), in den Kirchen, in Familie und Partnerschaft. Wird sich denn daran nie etwas ändern? Die Botschaft Jesu ist eine andere! Jesus blieb nicht im Grab, im Tod. Jesus, die menschgewordene Liebe Gottes, war stärker als der Tod! Das ist die Botschaft von Ostern, die Botschaft der Auferstehung.

Meine Gedanken kehren zum Spiel der Kinder zurück. Durch ein Kirchenfenster fällt ein Lichtstrahl in den Altarraum. Ich spüre: da bewegt sich etwas! Da ist Licht, Wärme und Geborgenheit! Die Vision Jesu ist immer noch lebendig!

Pfarrerin Rita Mick-Solle ,

ev. Kirchengemeinde Niddatal-Assenheim



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