12. April 2019, 17:57 Uhr

Frost-Warnung

Zittern um die Ockstädter Kirschen: Minus-Grade bereiten Sorge

In der Nacht auf Samstag sollen es vier Grad Minus werden – eine Gefahr für die Ockstädter Kirschen. Eine Experte sagt, warum alle Gegenmaßnahmen nicht realisiert werden können.
12. April 2019, 17:57 Uhr
Blütenpracht am Kirschenberg: Ob der Frost den Kirschen schadet, hängt davon ab, wie lange er sich hält. (Foto: Nici Merz)

Die Ockstädter zittern – wegen der angekündigten Minusgrade und wegen der Sorge um ihre Kirschblüten. Für die Nacht auf den heutigen Samstag waren minus vier Grad vorhergesagt. »Für uns ist natürlich die Frage, wie lange diese Kälte anhält«, sagte Werner Margraf am Freitag. Er ist Zweiter Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins und selbst Kirschenanbauer.

Margraf erinnerte an den Ernte-Totalausfall vor zwei Jahren. Damals hatte der Frost in den Tieflagen zu lange angehalten, als dass noch etwas zu retten gewesen wäre. Halte sich der Frost kürzer als zwei oder drei Stunden, dann sei der Schaden noch überschaubar, erläuterte Margraf. Die Kirschbäume in den Tieflagen seien stärker gefährdet als jene am Hang. Der Frost ziehe schließlich talwärts.

 

Fünf Optionen – alle nicht umsetzbar

Theoretisch hätten die Ockstädter fünf Möglichkeiten, um ihre Kirschblüten zu schützen. Letztendlich kommen sie aber alle nicht in Frage. Eigentlich müsste man das Gras am Hang kurz mähen, damit der Frost abfließen könnte, sagte Margraf. Das wollen er und andere aber wegen der Bodenbrüter nicht, die bereits damit begonnen haben, ihre Gelege dort unterzubringen.

Variante zwei wäre eine Art Kerze: Holzstücke mit Wachs würden auf den Grundstücken verteilt und angezündet. Das würde Wärme erzeugen, die man dem Frost entgegensetzen könnte. Diese Waffe wäre jedoch schlicht und einfach zu teuer, ließe sich durch die Ernte nicht refinanzieren.

Dann gäbe es noch zwei Optionen, die Blüten zu bewässern. Das Wasser würde um die Blüten herum frieren, im Inneren der Blüte würden dann aber Plus-Grade herrschen. So wie das Iglu-Prinzip auch funktioniert. Wegen des enormen Wasserverbrauchs komme eine Sprenkleranlage aber nicht in Frage, erläuterte Margraf. Die mobile Variante mit Turbinenspritzen fällt auch weg, weil das Wasser ganz schnell aufgetragen werden müsste, damit es direkt gefrieren könnte. Wohl ein Ding der Unmöglichkeit angesichts von etwa 42 000 Ockstädter Süßkirschenbäume auf 140 Hektar.

Idee Nummer fünf: Früher soll es mal eine ganz unkonventionelle Maßnahme gegeben haben. Dabei wurden Altreifen mit nassem Stroh versehen, Altöl drüber geschüttet und das Ganze angezündet, so dass ein dicker Qualm talwärts zog. »Würden wir das machen, dann würde die halbe Wetterau Amok laufen«, erteilt Margraf dem gleich eine Absage. Bleibt also nur Abwarten und Daumen drücken für die Ockstädter Früchte. Dessen ist sich auch Werner Margraf bewusst: »Wir setzen auf Hoffnung.«

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