26. April 2019, 20:03 Uhr

Ziel: Streit vermeiden

26. April 2019, 20:03 Uhr
M. Reimers

Die Höhe und die Berechnung von Mietnebenkosten führt nicht selten zu Streitereien zwischen Hauseigentümern und Mietern. Deshalb hatte der Verein Haus & Grund Bad Nauheim zu einem Informationsvortrag zu diesem Thema ins Hotel Rosenau eingeladen. Referent war Justitiar Moritz Reimers vom hessischen Landesverband Haus & Grund. Den Mitgliedern sollte damit bei der Vermeidung von Fehlern und Missverständnissen sowie juristischen Auseinandersetzungen geholfen werden. Mitglieder lassen sich in Sachen Mietnebenkosten auch oft beraten.

Haupttreiber der hohen Steigerungen in den letzten Jahren seien insbesondere höhere Energiepreise, deutlich gestiegene Beiträge für Gebäudeversicherungen aufgrund zunehmender Schäden und nicht zuletzt von Kommunen erhöhte Grundsteuern, erklärte Vorsitzender Norbert Witzel vorab. Der Vermieter trete in Vorleistung und wolle sich die Kosten vom Mieter erstatten lassen. Daher komme der Einhaltung der gesetzlichen Regeln und eine eindeutigen Vereinbarung im Mietvertrag besondere Bedeutung zu. Das sei im Interesse von Vermietern und Mietern.

Moritz Reimers sprach unter der Überschrift »Die rechtssichere Vereinbarung und Abrechnung von Mietnebenkosten«. Wesentliche Grundlagen seien die Betriebskostenverordnung, Regelungen im BGB, Heizkostenverordnung, Wohnflächenverordnung und Eichgesetz. Die einzelnen umlagefähigen Nebenkosten würden in der Regel im Mietvertrag aufgeführt. Kosten der Verwaltung des Eigentums sowie Instandhaltungskosten könnten nicht auf den Mieter umgelegt werden. Heiz- und Warmwasserkosten seien nach Verbrauch abzurechnen. Ansonsten gelte die Wohnfläche als Umlageschlüssel. Bei Eigentumswohnungen habe sich der Miteigentumsanteil als Umlageschlüssel bewährt. Von einer Pro-Kopf-Abrechnung, etwa bei den Müllgebühren, rät der Justitiar ab, da die Personenanzahl sehr genau dokumentiert werden müsse. Auch neue Kosten, zum Beispiel für Rauchmelder oder die Legionellenprüfung, könnten dem Mieter in Rechnung gestellt werden, ebenso angemessene Eigenleistungen des Vermieters. Auch rückwirkende Erhöhungen, etwa der Grundsteuer, könnten in der folgenden Abrechnung berücksichtigt werden. Die monatlichen Vorauszahlungen sollten in der Höhe ausreichen und regelmäßig angepasst werden.

Zahlreiche Fragen der Zuhörer und die fundierten Antworten des Juristen rundeten den gelungenen Vortrag ab. Der Vorsitzende dankte dem Referenten mit einem Weinpräsent. (Foto: pv)

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