Reichelsheim–Dorn-Assenheim (hh.) Mit vorweihnachtlicher Literatur ist es dem Gesangverein Concordia und dem Musikverein Harmonie einmal mehr gelungen, das Publikum in der Pfarrkirche St. Maria Magdalena zu verwöhnen. »Hier klingt der Zauber der Weihnacht in allen Facetten«, sagte ein Konzertbesucher. Lob gab es für die Dirigenten Tobias Lipka und Andreas Schmidt, die sich mit ihrer Programmauswahl gegenseitig die Bälle zuspielten und festliche Chor- und Instrumentalmusik mit temperamentvollen Arrangements zu einem bunten Mosaik zusammenfügten. Virtuos und filigran setzte zudem Dr. Ralf Schäfer mit Auszügen aus der Elsässischen Weihnachtsmesse die Kirchenorgel in Szene.

Mit einem perfekten Zusammenspiel und viel Rhythmusgefühl punktete zunächst die Concordia. Man merkte den Akteuren die Motivation aus dem jüngsten Chorwochenede an. Textlich und musikalisch pointenreich wurde der besonderen Atmosphäre der Heiligen Nacht mit Stücken aus dem deutschen und englischen Sprachraum Rechnung getragen. »Das Alpenländische ist bei uns beliebt«, verriet Lipka und forderte gleich beim ersten A-cappela-Stück Leistung: »Schön, wie sich die einzelnen Stimmen auffächern und einen homogenen Klang mit Alt- und Tenormotiven bilden.«

Melodiös und harmonisch wirkte das im Schlagerstil angestimmte Vaterunser, bevor der Dirigent mit einer Cliff-Richards-Interpretation ein Experiment wagte. Denn dieser ist nicht nur für seine soulige Stimme, sondern auch für eine schwierige Stilistik bekannt. Gospelrhythmik und synkopische Rafinessen zauberten im Agnus Dei schießlich eine mitreißende Spiritualität ins Kirchenschiff. Dabei profitiert der Chor auch von seinen talentierten Solisten. Wie bei Antonia Finkeldey, die mit einem lupenreinen Sopran die jazzigen Elemente des Songs »Es fängt an wie Weihnachten auszusehen« spielerisch jonglierte. Mit Vater Axel Finkeldey brillierte sie später harmonisch abgestimmt im Quodlibet »Night of Silence«. Als »sehr gefühlvoll« lobte Lipka das Wechselspiel mit dem zurückhaltend summenden Chor.

Nun war die Harmonie dran. »Away in a Manger« kleidete traditionelle Literatur in ein kreatives Gewand. Das Stück besticht durch seine synkopische Verarbeitung und die Kunst, so Andreas Schmidt, »das tiefe Blech in seiner Dynamik im Zaum zu halten«. Die Botschaft, dass dem Herrn nicht nur mit Ernst und Andacht gedient werden kann, beweis das fröhliche »I will Follow Him« aus dem Filmklassiker »Sister Act«. Zunächst war ein Choral zu hören, dann überraschte ein rockiger Beat. Clever übersetzten dabei die Musiker die Individualität des Gesangsstücks ins Instrumentale.

Schlittenfahrender Abschluss

Charakteristisch für die Ballade »You raise Me Up« war das auch in den Orchesterpassagen zur Geltung kommende Trompetensolo von Marius Münch. »Gut geklappt«, lobte Schmidt, zumal sich das Holzregister in die Rolle der Nebenmelodie perfekt einfügte. Mit dem klassischen Popsong »The Rose« schlug die Harmonie nun sanftere Töne an. Einfühlsam begann das Arrangement ebenfalls mit einem Trompetensolo, in das sich nacheinander alle Register einreihten. »Der Satz ist schwer zu spielen«, resümierte Schmidt, um dann mit einem peppigen Potpourri einen kunterbunten Querschnitt populärer Weihnachtslieder zu bieten, das mit »Jingle Bells« einen schlittenfahrenden Abschluss fanden.

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