07. Dezember 2018, 20:17 Uhr

»Yeah, Yeah, Yeah«

07. Dezember 2018, 20:17 Uhr
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Von Harald Schuchardt
Im Kaktus begeistern (v. l.) Gitarrist Christian Schütze, Holger Knox Becker, Owen Jones und Drummer Tom Moss. (Foto: Loni Schuchardt)

Was verbindet Hamburg und Friedberg? Die Band »Shakespeare and the Bible«, die am Donnerstagabend im Café Kaktus spielte. Zwar hat die Gruppe ihren Hauptsitz an der Waterkant, aber auch Unterstützung aus der Wetterau mit Holger Becker, bekannt als Inhaber des Musikhauses Ortel in der westlichen Altstadt.

Ihren Auftritt im Kaktus eröffneten die sechs Musiker mit dem sehr eingängigen »Yeah, Yeah, Yeah«, was allerdings nichts mit dem Beatles-Songs zu tun hat. Der Song könnte auch als »Punk-Blues« bezeichnet werden, nicht zuletzt dank dem eindringlichen Bluesharp-Spiel von Holger »Knox« Becker, der im Verlauf des Abends mehrmals zwischen Keyboard, Bluesharp und Melodica wechselte. Bei ruhigen Balladen spielte Becker auch mal auf dem Akkordeon und sorgte so für einen Folktouch im abwechslungsreichen Sound-Topf der Hamburger Band, die in ihren Liedern alltägliche Geschichten erzählt, von Liebe und Leid bis hin zu Umwelt-Protestsongs.

Von Punk bis Country

Da hört der Besucher ein bisschen Punk und spürt auch die Einflüsse von Country, Folk und Soul. Die Band selbst definiert ihre Lieder als »Independent Popsongs«. Alle Songs wurden von Owen P. Jones geschrieben , in einem vielfältigen und abwechslungsreichen Stil, der sich nur schwer beschreiben lässt.

Vor fast fünf Jahren kam Becker zu der Band des walisischen Singer-/Songwriters und Gitarristen Owen P. Jones, den er aus seiner Hamburger Zeit bestens kennt. Doch Becker ist nicht der einzige Nicht-Hamburger. Schlagzeuger Tim Moss lebt im englischen Leek. Trotz der großen räumlichen Entfernung haben die sechs Musiker im Sommer ihr drittes Studioalbum »Please keep to the left« veröffentlicht.

»Ihr könnt auch gerne tanzen«, sagte Owen beim Reggae-Lied »Out in the Darkness«. Owen ist seit 25 Jahren im Musikgeschäft tätig und setzt im »Kaktus« sowohl mit seiner Stimme als auch mit seiner Bühnenshow Akzente.

Ein Drittel des neuen Albums hat stark asiatisch geprägte Elemente. »Ich wurde von meinem Nepal-Besuch im letzten Jahr stark beeinflusst«, erklärt Owen zu Beginn des zweiten Sets, dass die Band mit einer »Nepal-Trilogie« eröffnet. »Yakattak« hat Owen den Yaks gewidmet und dank dem ausgezeichneten Percussion-Spiel von Kristina Rauen scheinen die in Zentralasien beheimateten Rinder geradezu gemütlich durch das Café Kaktus zu traben, um schließlich das Tempo um ein Vielfaches zu erhöhen.

Es sind diese überraschenden Elemente, die für ein abwechslungsreiches Konzert der Band sorgen, die schon im letzten Jahr beim Copa-Kaba-Noga-Festival auf dem Stadtkirchenplatz überzeugte. Akzente setzt auch immer wieder Gitarrist Christian Schütze, der mehrmals statt auf einer seiner drei Gitarren auf einer zwölfsaitigen E-Mandoline spielt. Mit »Take the Skinheads Bowling« beendete die Band ihren sicher nicht letzten Auftritt im Café Kaktus.



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