Ist das Thema Qualitätsentwicklung an den Rosbacher Kitas« zu viele Jahre nach hinten geschoben worden? Gebühren wurden erhöht, aber die Personalstärke auf Minimum gehalten. Und wie stand es in letzter Zeit mit dem pädagogischen Angebot? Die Leiterinnen der sechs städtischen Kitas sind unzufrieden mit den Rahmenbedingungen. Das haben sie Rosbachs neuem Bürgermeister Steffen Maar nun mitgeteilt.

Maar, seit Mitte März im Amt, hatte die Erzieherinnen zum Kennenlern-Gespräch in die Mensa der Kapersburgschule eingeladen. Man machte es ihm nicht leicht und zeigte Kante. Die Kita-Leiterinnen nutzten die Gelegenheit, in einem gemeinsamen Statement ihre Situation zu schildern und Vorschläge für Verbesserungen vorzulegen.

Zu wenig Personal

Unter dem bundesweiten Programm »Qualität vor Ort«, das in den ersten Lebensjahren von Kindern wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung, ihren Bildungserfolg und ihre spätere gesellschaftliche Teilhabe legen soll, steht der Stadt die Diplom-Sozialpädagogin Susanne Busching vom Systemischen Fort- und Weiterbildungsinstitut als Beraterin zur Verfügung. Kerstin Faber, zuständig für die Kinder- und Jugendbetreuung der Stadt, stellte den etwa 75 Anwesenden das aktuelle Konzept vor. Die Sachgebietsleitung, Mitarbeiter der Kitas, die Beraterin Busching, der Stadtelternbeirat, die Elternschaft, der Bürgermeister, der Magistrat und die Mitglieder der örtlichen Fraktionen sollen sich demnach in sieben Schritten mit der Qualitätsentwicklung an den Rosbacher Kitas befassen. Die Ziele sind klar definiert, doch allem in dem zeitintensiven Bereich für die U 3-Kinder oder Kinder mit Inklusionsbedarf dürfte die Umsetzung schwierig werden. Hauptursache: Personal-Unterbesetzungen.

Am ersten Mittwoch eines Monats findet ein Mitarbeitertreffen statt, in dem die Teams ihre jeweilige Situation besprechen. Zusätzlich gibt es zwei »pädagogische Tage« pro Jahr. In regelmäßigen »Qualitätszirkeln« auf Leitungsebene (achtmal jährlich) werden anstehende Themen vertieft, und alle zwei bis drei Monate trifft man sich mit dem Stadtelternbeirat zum Austausch. Hinzu kommen die regelmäßigen Elternbeiratssitzungen in den sechs Einrichtungen. »Wir müssen uns aber was einfallen lassen und das Thema Rahmenbedingungen dorthin schieben, wo es hingehört: in den Magistrat, in die Stadtverordnetenversammlung und in den Stadtelternbeirat«, meinte Faber.

Nach Aussage der Leiterinnen würden aber zu viele zusätzliche Aufgaben von der Verwaltung an die Kitas abgegeben. »Bei uns wird über längere Zeiträume hinweg in Unterbesetzung gearbeitet, aber für den Abbau der daraus entstehenden Überstunden besteht keine Möglichkeit«, war zu hören. Für Berichte oder Dokumentationen müsste private Zeit investiert werden, und Extra-Angebote außerhalb der Gruppenzeit (wie Ausflüge, Waldtage oder musikalische Förderung) würden gestrichen. »Leitungen sind im Kinderdienst gebunden und haben über Monate hinweg keine Freistellung, um die nötigen Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen.«

Es war eine lange Wunschliste, die der neue Bürgermeister in die Hand gedrückt bekam. »Mit dem Magistrat gab es bisher nur Treffen im Rahmen von Arbeitsgruppen zur Auswahl eines freien Trägers für die Kita Sang«, wurde moniert. Sonstige Treffen, zum Beispiel über die Situation der bestehenden Kitas, habe es nicht gegeben. Die Arbeitsgruppe Kinderbetreuung, der auch Vertreter der Stadtverordnetenversammlung angehören, habe sich zuletzt im April 2018 getroffen. Aus Sicht der Kita-Mitarbeiter ist das keineswegs ausreichend. Auch eine Wertschätzung, zum Beispiel in Form freier Eintrittskarten für das Rodheimer Schwimmbad oder zum Besuch städtischer Veranstaltungen, halten sie für überfällig. »Das sind Vorschläge zur Mitarbeitergewinnung, Sicherung und Attraktivität des Arbeitgebers Rosbach.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Berater
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Kindertagesstätten
  • Pädagogik
  • Rosbach
  • Edelgard Halaczinsky
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.