23. Januar 2019, 20:41 Uhr

Wisselsheim hat Kegeltradition

23. Januar 2019, 20:41 Uhr
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Aus der Redaktion
Sie alle lieben das Kegeln und halten die Tradition in Wisselheim aufrecht. (Foto: pv)

Schon 1928 gab es ein Kegelclub in Wisselsheim, der sehr erfolgreich war, auch auf auswärtigen Bahnen. Und das, obwohl der Ort erst etwa 300 Einwohner hatte – heute sind es 1000. Die erste Kegelbahn befand sich in der Gastwirtschaft »Zum Löwen«. 1930 gab es noch eine zweite Gastwirtschaft mit Kegelbahn, »Zum Grünen Baum«, auf dem Grundstück der Familie Vetter in der Hauptstraße.

Die Anzahl der Kegelclubs steigerte sich in den 50er Jahren auf fünf Clubs in dem kleinen Dorf. Fernsehen gab es zu dieser Zeit noch nicht. Nach dem Fußballverein war Kegeln der Sport Nummer 2. Bis in die 70er Jahre rollte die Kugel im Gasthaus »Zum Löwen« mit einem Kegelbub, der nach jedem Wurf die Kegel wieder aufstellen musste. Am Anfang der 80er Jahre wurde die Bahn umgebaut und elektrisch. 1982 wurde dann das Bürgerhaus in Rödgen-Wisselsheim mit zwei Kegelbahnen neu errichtet. Sofort entschlossen sich mehrere Kegelclubs, im neuen Bürgerhaus zu kegeln. So fiel die Kegelbahn im Gasthaus »Zum Löwen« (heute Kastanienhof) in den Dornröschenschlaf – der Besitzer sagt, sie sei noch funktionsfähig.

Name ist Programm

Der Kegelsport hat von Jahr zu Jahr immer weniger Mitglieder, da die Jugend kaum noch Interesse zeigt. Kürzlich haben im Bürgerhaus wieder zwei Clubs aufgehört. Jetzt zieht der Kegelclub Bilanz. Er nennt sich »Mitternachtsclub«, da die Kegler in jungen Jahren nach dem Kegeln, gegen 23 Uhr, noch Hunger hatten. So ging es regelmäßig in eine Pizzeria nach Bad Nauheim. Aber eine Pizza reichte nicht aus, es musste noch eine Schüssel italienischer Salat sein. So wurde es immer nach 24 Uhr – deshalb der Name »Mitternachtsclub«.

Nach 43 Jahren, genau in der Faschingszeit, kam den Verantwortlichen die Idee, einen Kegelclub zu gründen. Sieben Ehepaare entschlossen sich, den ersten Kegelabend im Bowlingcenter in Friedberg zu starten. Dort waren alle sechs Jahre zu Gast. Übrig geblieben sind von den Gründungsmitgliedern des Clubs Josef und Elfriede Edelbauer sowie Horst und Marga Schulz. Seinerzeit gehörten noch Helmut und Doris Kniß, Paul und Inge Rüfer, Adolf und Hilde Hofmann, Gerhard und Ingrid Preinl sowie Horst und Sigrid Henkel dazu. Mittlerweile sind von diesem Gründerstamm acht Kegler verstorben. Lutz und Loni Felber waren die ersten, danach kamen Otto und Helga Mack, dann stieß ein Single dazu, alsdann Irene Eichenauer und zuletzt Edith Schmolke und Hartmut Horn.

Der erste Kegelabend im Bürgerhaus in Rödgen-Wisselsheim war im Sommer 1982. Helmut Kniß war bis zu seinem Tod der erste Kassenwart. Danach übernahm Lutz Felber die Kasse, und das bis heute. Jetzt kegeln die »Mitternachtskegler« schon im 37. Jahr im Bürgerhaus, 26 Jahre davon mit Dimi und Donna.



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