06. März 2018, 10:00 Uhr

Sponsorensuche

Windmühlen-Rekonstruktion: Bald kommt Bauantrag

Der Verein Wind- und Wasserkunst Bad Nauheim will im Sommer den Bauantrag für die Rekonstruktion der Windmühle stellen. Die Finanzierumg steht nach wie vor auf wackeligen Beinen.
06. März 2018, 10:00 Uhr
Die Sanierung des Windmühlenturms ist inzwischen abgeschlossen, doch erhält er auch Flügel? (Archivfoto: hed)

Es ist ein mühsames Geschäft mit vielen bürokratischen und finanziellen Facetten. In Trippelschritten nähert sich der Verein Wind- und Wasserkunst Bad Nauheim seinem großen Ziel: der Wiederherstellung der historischen Windmühle zwischen den Gradierbauten IV und V an der Schwalheimer Straße. Zurzeit wird nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden Dr. Thomas Schwab der Bauantrag vorbereitet.

Seit sieben Jahren wird ernsthaft daran gearbeitet, den Windmühlenturm wieder mit neun Meter langen Flügeln auszustatten, die er 1824 bei einem Orkan verloren hatte. Der Magistrat und der Verein haben einen Überlassungsvertrag für das Bauwerk unterzeichnet. In den letzten Monaten wurde die Fassade des Turms auf Kosten der Stadt saniert.

Laser-Scann-Untersuchung

»Jetzt bereiten wir den Bauantrag vor. Kürzlich sind die Pläne für die Rekonstruktion der Windmühle eingegangen«, berichtet Schwab. Die Zeichnungen stammen aus der Feder des Mühlenexperten Rüdiger Hagen aus Niedersachsen. Nächster Schritt ist eine Statikberechnung. Geklärt werden muss, ob die Tragfähigkeit des Gebäudes durch die Flügel samt Turmkappe nicht beeinträchtigt wird – vor allem bei Sturm.

Nach Angaben des Vorsitzenden hat die Untere Denkmalschutzbehörde außerdem eine Laser-Scann-Untersuchung des Bauwerks als Voraussetzung für eine Baugenehmigung verlangt. Der Laser-Scanner soll den Ist-Zustand genau erfassen. Im Vergleich mit den Wiederaufbauplänen kann die Behörde beurteilen, ob »die historische Substanz des bestehenden Turms bei einer Rekonstruktion tangiert oder gar zerstört wird«.

2019 fällt Entscheidung

Liegen die Ergebnisse dieser beiden Expertisen vor, soll der Bauantrag im Sommer gestellt werden. »Ich hoffe auf eine Genehmigung noch in diesem Jahr«, sagt Schwab. Zeitgleich mit diesen Vorbereitungsarbeiten, die gut 25 000 Euro kosten, kümmert sich der Verein intensiv um die Sponsorensuche. »Uns liegen mehrere, zum Teil großzügige finanzielle Zusagen von Unternehmen aus der Region vor«, sagt der Vereinsvorsitzende. Noch wollen die potenziellen Sponsoren ihre Namen nicht veröffentlicht wissen.

Die Werbung um Spenden wird jetzt intensiviert. Weitere Firmen sollen angesprochen werden. Schwab: »Wir müssen unser Projekt auf zweierlei Weise schmackhaft machen. Zusammen mit der Technik des Schwalheimer Rads ist die Windmühle ein Industriedenkmal ersten Ranges. Zudem kann es die Tourismussparte unterstützen.« Zusätzlich bemüht sich der Verein um Fördergelder aus EU- und Bundestöpfen. Beantragt wurde die Mitgliedschaft in der neuen Via Molina (Europäische Mühlenstraße).

Obwohl die Finanzierung der Windmühle, die 450 000 Euro kosten wird, auf sehr wackeligen Beinen steht, bleibt der Verein zuversichtlich. 2019 soll die Sponsorensuche abgeschlossen werden. »Dann wird die Entscheidung fallen. Die Rekonstruktion ist machbar, aber es ist eine Frage des Geldes«, sagt Schwab. Die Bauarbeiten würden ein Jahr in Anspruch nehmen.

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