26. Oktober 2019, 12:00 Uhr

Game Boy und Co.

Willkommen im Pixel-Paradies

Wer sich in den 80ern und 90ern die Nächte mit Super Mario um die Ohren geschlagen hat, wird den Raum im Wölfersheimer Hainweg lieben. Dort verkaufen zwei Männer alte Videospiele und Konsolen.
26. Oktober 2019, 12:00 Uhr

Bei Senad Palic war es der Game Boy. Bei Alexander Mai der C 64 von einem Schulfreund. Über 30 Jahre ist das her. Ende der 80er Jahre. Nintendo wird Weltmarktführer in der Videospielbranche. In dieser Zeit fangen die zwei Jungs an, sich für Videospiele zu begeistern. Mit den Jahren kaufen sie sich immer mehr Spiele und Konsolen. So viele, dass sie heute eine beträchtliche Sammlung haben.

Das kurioseste Stück darin? Schwer zu sagen. Dafür hat sich in 30 Jahren Sammelleidenschaft einfach zu viel angehäuft. Und deswegen haben die zwei Sammler ihre Videospiele, Konsolen und die Kuriositäten zusammengesucht und in Regalen im Wölfersheimer Hainweg 5, dem Zuhause von Alexander Mai, aufgebaut. Am heutigen Samstag werden sie »den weltweit ersten Pop Up Store für Retro Games« eröffnen, wie sie sagen - ein zeitlich begrenzter Verkauf für alte Videospiele.

Nähmaschine von Nintendo

Die meisten Stücke sind aus den 80ern und aus Japan. Das alte NES (Nintendo Entertainment System) steht mehrfach zum Verkauf, das Super Nintendo, mehrere Game Boys. Daneben: ein alter C 64 und Atari-Konsolen. Vor allem haben die zwei aber Spiele. An die 1500 Titel, schätzen sie. Die Klassiker sind dabei: Super Mario zum Beispiel. Oder Zelda. GTA, Metal Gear, Silent Hill. Aber auch viele, die es in Europa nicht zu kaufen gibt.

Dass die zwei Männer nun »ausmisten«, hat unterschiedliche Gründe. Einer der beiden, Alexander Mai aus Wölfersheim, hat ohnehin ein Kleingewerbe: weil er auf diesem Weg sein Hobby zum Nebenjob machen kann. Er kauft Videospiele, teilweise aus Japan, um sie dann wieder zu verkaufen. »Und wenn ich zehn kaufe und neun verkaufe, bleibt eins für mich übrig.« Er ist auch derjenige, der regelmäßig auf Retro-Börsen unterwegs ist, also Flohmärkte für Videospiele.

Auf einer dieser Börsen lernte er Senad Palic aus Friedrichsdorf kennen. Ein Privatsammler, der über die vergangenen 30 Jahre viele Tausende Euro ausgegeben hat für sein Hobby. Teilweise, wie er erzählt, weil er die Spiele selbst gespielt hat. Aber auch, weil er Kuriositäten mag. Zum Beispiel - auch aus Japan - ein Gerät mit dem Namen »Pair Match«. Sieht wie eine Pyramide aus, ist aber eine Art Memory-Spiel. Das Besondere für den Sammler: Das gleiche Gerät kommt in einer Star-Trek-Folge vor.

So ist es mit den meisten Dingen, die in den Regalen stehen: Zu fast jedem Stück gibt es eine Geschichte oder eine kuriose Hintergrundinformation.

Ein Teil von Alexander Mai zum Beispiel dürfte auch kaum ein Europäer kennen: eine Nähmaschine vom japanischen Videospielhersteller Nintendo. Das Prinzip: Die Nähmuster und Buchstabensätze gab es als Game-Boy-Spiel. Der Game Boy wurde mit der Nähmaschine verbunden, woraufhin die Maschine selbstständig die Muster nähte. Der Nutzer musste lediglich das zu bestickende Stoffstück unter der Nadel entlangführen. Nintendo brachte die Nähmaschine Anfang 2000 heraus. Ein großer Erfolg war sie nicht. Die Produktion wurde schon bald wieder eingestampft.

Zwischen 1 und 600 Euro

Das Exemplar, das Alexander Mai nun zum Verkauf anbietet, funktioniert allerdings immernoch. Wie überhaupt alle Dinge. Sei es das chinesische Super-Nintendo-Imitat, eine Pistole für das NES oder Bongo-Trommeln für den Game Cube. Bei vielen der Stücke sei es nicht einfach gewesen, sie auszusortieren, sagt Sammler Senad Palic. Aber: »Irgendwann erstickt man unter zu vielen Klamotten. Ich habe zu viel von dem Kram.« So plante er, sich von einigen seiner Sammlerstücke zu trennen. Und initiierte mit Alexander Mai in dessen Räumen den Flohmarkt.

Heute ist die Premiere. Von 10 bis 18 Uhr wollen die zwei den »Laden« öffnen. Die Preisspanne der Spiele und Konsolen liegt zwischen 1 und 600 Euro. Käufer sind ebenso willkommen wie Nostalgie-Fans, die einfach mal schauen oder sich an die verpixelte Zeit erinnern wollen.

Weitere Infos zu dem Pop-Up-Verkauf gibt es im Internet unter www.retro.wtf

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