11. Dezember 2018, 10:42 Uhr

Verwesungsgestank

Wildkadaver schocken Spaziergänger bei Ober-Mörlen

Spaziergänger, die im Naturschutzgebiet bei Ober-Mörlen unterwegs sind, sind schockiert: Einige Meter neben dem Weg liegen Reste von toten Wildschweinen und Rehen. Es stinkt heftig.
11. Dezember 2018, 10:42 Uhr
Auf einer Fläche von etwa zehn Quadratmetern liegen in den Magertriften bei Ober-Mörlen wenige Meter neben einem Weg Überreste von etwa zehn Wildschweinen und Rehen. Spaziergänger glauben, ihren Augen nicht zu trauen. (Foto: Nici Merz)

Roman Bernd (Name geändert, d. Red.) glaubt seiner Nase und seinen Augen nicht zu trauen, als er oberhalb des Sportplatzes von Ober-Mörlen, dort wo die alte Römerstraße verläuft, einen Spaziergang unternimmt. Zuerst nimmt er typischen Verwesungsgeruch wahr, weicht deshalb ein paar Meter vom Weg ab. Dort liegen Wildschwein- und Rehköpfe sowie andere Reste solcher Tiere auf dem Boden. Füchse haben sich bereits daran zu schaffen gemacht.

»Das müssen mindestens zehn Stück Wild gewesen sein. Offenbar sind die Reste von Jägern dort hingeworfen worden«, vermutet Roman Bernd. Aufgrund des Zustands, in dem sich die Köpfe und Schwarten befinden, liegen sie wohl schon etliche Tage dort. Die Verwesung sei aufgrund der recht niedrigen Temperaturen noch nicht allzu weit fortgeschritten. Von einer größeren Jagd im Naturschutzgebiet ist ihm allerdings nichts bekannt. Lediglich im Winterstein-Revier seien etliche Jäger am letzten November-Wochenende aktiv gewesen. Der Mann aus Ober-Mörlen hat in den Magertriften schon mal einige tote Füchse gesehen, die in einem Graben lagen.

 

Ordnungsamt kümmert sich

Roman Bernd ist nicht der einzige Spaziergänger, dem die Geruchsbelästigung übel aufgestoßen ist. Auch andere Erholungssuchende, die den Weg benutzen, haben den Verwesungsgestank wahrgenommen und sind auf die Reste von Wildtieren gestoßen, die sich über eine Fläche von etwa zehn Quadratmetern verteilen. Eine Frau muss sich übergeben, als sie die verwesten und angefressenen Kadaver sieht. Inzwischen ist auch die Gemeindeverwaltung informiert. Bürgermeisterin Kristina Paulenz hat das Ordnungsamt beauftragt, sich um die Angelegenheit in dem kommunalen Jagdrevier zu kümmern. Ein Mitarbeiter soll Kontakt mit dem Revierförster und den zuständigen Jägern aufnehmen.

Jägerin Gisela Adam aus Ober-Mörlen, die in dem kommunalen Jagdrevier in den Magertriften regelmäßig unterwegs ist, kann sich die Sache nicht erklären. Sie geht dort mit einem Begehungsschein auf die Jagd und arbeitet eng mit dem Pächter zusammen. »In der letzten Zeit gab es in diesem Revier keine größere Jagd. Es wurde mal ein Stück Rehwild geschossen«, sagt Gisela Adam. Wildschweine gebe es in diesem Revier ohne Wald so gut wie gar nicht. Beim Ansitzen habe sie mal eine Bache mit ihren Frischlingen in einem Maisfeld gesehen. »Das ist wirklich rätselhaft, ich kann mir das nicht erklären. Von den Jägern, die sich um das Revier kümmern, stammen die Reste auf keinen Fall«, betont die Jägerin. Da der Revierpächter in Frankfurt wohnt und sich zurzeit im Ausland aufhält, will sie sich um die Angelegenheit kümmern. Zuständig für die Beseitigung sei das Ordnungsamt.

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