05. Februar 2019, 20:26 Uhr

Wiedersehen nach 13 Jahren

05. Februar 2019, 20:26 Uhr
Happy End zwischen Möchtegern-Schauspieler Ladislaus Locke (Benedikt Schmidthals) und der Hausbesitzerin Florence Wipperling (Sabine Jehrke). (Foto: lh)

Dass sich zwei Männer zweimal in ihrem Leben zum Pistolenduell gegenüber stehen, ist eher ungewöhnlich. Doch am Wochenende bewies die Theatergruppe Rosbacher Rambelichter, dass bei ihr nichts unmöglich ist. Und so trafen Horst Griedelbach als betuchter (und deshalb begehrter) Pensionär Otto Ofenloch und Detlef Durchdewald als Major a. D. Egon von Schönborn nach 13 Jahren erneut als Widersacher aufeinander, um ihre Ehrenstreitigkeiten untereinander auszutragen.

»Einer spinnt immer« hieß das amüsante Theaterstück aus der Feder von Wilfried Reinehr, das in einer Neuinszenierung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Rambelichter auf die Bühne gebracht wurde. Ein paar der Darsteller hatten schon beim ersten Mal im Jahr 2005 bei dem turbulenten Geschehen in der Pension von Lieselotte Ballermann (Ingrid Lenz) vor dem Publikum gestanden. Wer ist geistig »normal«, wer hat einen psychischen Schaden? Bei Tante Lieselotte ging es recht lebhaft zu, und Dank der Vielseitigkeit und den komödiantischen Talenten der Akteure erlebten die Besucher einen kurzweiligen Abend mit vielen Pointen.

Mit Gisela Lenz, Jutta Köbel-Käding, Isabella Helm sowie Horst Griedelbach und Detlef Durchdewald konnte sich das Ensemble auf fünf erfahrene Mimen verlassen, die bestens mit dem Stück vertraut waren und ihr Publikum mit spielerischer Leichtigkeit wie gewohnt in den Bann zogen. Doch das »alte Stück in neuem Gewand« hatte noch weitere Highlights zu bieten. Brandy Miller, Sabine Jehrke, Stephan Schmidthals sowie Georg Tiedecken und Neuzugang Ronny Kehrer brillierten in ihren Rollen als Hausbesitzer, Neffe, Löwenjäger oder Bedienstete und legten nicht nur schauspielerische, sondern bisweilen auch enorme sportliche Fähigkeiten an den Tag, die für manch einen Überraschungseffekt sorgten. Schnelle Szenenwechsel wurden perfekt gemeistert, und atemberaubende Situationen gekonnt in Szene gesetzt.

Viel Szenenapplaus verdiente sich Nachwuchsschauspieler Benedikt Schmidthals als Ladislaus Locke, der trotz eines Sprachfehlers unbedingt Schauspieler werden will. Ein traumatisches Ereignis hatte ihn die Fähigkeit verlieren lassen, ein »L« zu sprechen, weshalb er stattdessen ein »N« spricht. Mancher im Publikum wartete gespannt darauf, ob der junge Schauspieler diesen Sprachfehler bis zum Ende durchhalten würde – und konnte sich schließlich davon überzeugen, dass er seine Rolle souverän meisterte.

Die Komplimente während der After-Show-Party galten auch den Regisseuren Isabella Helm und Knut Michler, die wieder einmal ihr Fingerspitzengefühl unter Beweis stellten. Ihr Dank galt der Gründerin des Ensembles, Herma Meuer, die als Ehrengast in der ersten Reihe Platz genommen hatte. Doch was wäre eine Theateraufführung ohne Maske und Requisite (Irmtraud Ihl) und natürlich die Souffleuse (Jutta Gerland)? Die Veranstaltungen am Wochenende zeigten, dass alle zusammen ein Team geworden sind, das sich hören und sehen lassen kann (und für Neuzugänge natürlich offen steht).

Weitere Aufführungen gibt es am Samstag, 9. Februar (20 Uhr), und Sonntag, 10. Februar (18 Uhr), im Bürgerhaus Rodheim sowie am Samstag, 23. März, 20 Uhr, in der Römerhalle Ober-Wöllstadt. Eintritt 10 Euro (Kinder 5 Euro). Vorverkaufsstellen: Landmarkt Simon, Gaststätte »Zur Tränke« und Zigarren Becker in Rosbach, Metzgerei Hisserich und Bürgerhaus in Rodheim sowie in Wöllstadt der Wöllstädter Getränkemarkt, Nahkauf Rötig, Caterevent Breidenbach und Sabine Ewald Haardesign.

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