Wetterau

Wieder Kartmann, aber mit Verlusten

Wetteraukreis (sda). Ein gutes persönliches Ergebnis, ein schlechtes auf Landesebene – so fasste CDU-Politiker Norbert Kartmann den Wahlsonntag in Hessen zusammen. Wieder einmal war er als CDU-Politiker in seinem Wahlkreis Wetterau III als Direktkandidat ins Rennen gegangen. Und wieder gewann er gegen einen SPD-Kontrahenten. Kartmann, aktuell Landtagspräsident, holte laut vorläufigem Ergebnis 31,3 Prozent (14 556 Stimmen) der Erststimmen. Sozialdemokrat Karl-Otto Waas landete mit 22,3 Prozent (10 375) auf Platz zwei.
28. Oktober 2018, 23:54 Uhr
Sabrina Dämon
Wahlsonntag in Hessen – 70 481 Wahlberechtigte gibt es im Wahlkreis 27, zu dem acht Städte und Gemeinden zählen. Stärkste Partei im Wahlkreis ist die CDU: Laut vorläufigem Ergebnis haben 20 673 Wähler für die Christdemokraten gestimmt, das entspricht 29 Prozent der Stimmen.	(Fotos: nic)
Wahlsonntag in Hessen – 70 481 Wahlberechtigte gibt es im Wahlkreis 27, zu dem acht Städte und Gemeinden zählen. Stärkste Partei im Wahlkreis ist die CDU: Laut vorläufigem Ergebnis haben 20 673 Wähler für die Christdemokraten gestimmt, das entspricht 29 Prozent der Stimmen. (Fotos: nic)

Wetteraukreis (sda). Ein gutes persönliches Ergebnis, ein schlechtes auf Landesebene – so fasste CDU-Politiker Norbert Kartmann den Wahlsonntag in Hessen zusammen. Wieder einmal war er als CDU-Politiker in seinem Wahlkreis Wetterau III als Direktkandidat ins Rennen gegangen. Und wieder gewann er gegen einen SPD-Kontrahenten. Kartmann, aktuell Landtagspräsident, holte laut vorläufigem Ergebnis 31,3 Prozent (14 556 Stimmen) der Erststimmen. Sozialdemokrat Karl-Otto Waas landete mit 22,3 Prozent (10 375) auf Platz zwei.

Acht Kommunen umfasst der Wahlkreis, 70 481 Wähler waren dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, 47 761 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, das entspricht einer Beteiligung von 67,8 Prozent.

In sieben der Kommunen sicherte sich Kartmann die Mehrheit; lediglich in der SPD-Hochburg und Heimatgemeinde von Waas, in Wölfersheim, lag der CDU-Mann mit 16,5 Prozent hinter dem Sozialdemokraten – Waas holte dort insgesamt 37,9 Prozent der Stimmen.

»Das eine Auge lacht, das andere weint«, sagte Kartmann als Reaktion auf das Wahlergebnis. Er sei froh, dass er den Wahlkreis noch einmal gewonnen habe – zumal es seine letzte Amtszeit im Landtag sei, in fünf Jahren sei Schluss. »Als Einzelerfolg ist das schön, aber in der Summe bin ich nicht zufrieden.« Zwar sei die CDU nach wie vor stärkste Partei geworden, dennoch seien die Verluste nicht schönzureden. Die zeigen sich auch im Erststimmenergebnis: Im Vergleich zu der Landtagswahl 2013 musste der Nieder-Weiseler 8620 Stimmen einbüßen; damals kam er auf 46,3 Prozent der Stimmen.

AfD in Reichelsheim am stärksten

Kartmann äußerte sich auch zum Landesergebnis der AfD, die erstmals im hessischen Landtag vertreten sein wird: »Ich finde es sehr bedauerlich, dass die Wähler diese Gruppierung in den Landtag gewählt haben. Ich bin nicht überzeugt, dass das die richtige Wahl ist. Im Gegenteil.«

Als Direktkandidat für die AfD war im Wahlkreis 27 Klaus Herrmann angetreten, der 12,9 Prozent der Stimmen bekam. In den Landtag wird er aber auch ohne Direktmandat einziehen: Der ehemalige Polizeibeamte aus Butzbach steht auf Platz 3 der AfD-Landesliste. Anders sieht es für die restlichen Direktkandidaten aus: Für die Grünen war Brigitta Nell-Düvel angetreten, die 16,4 Prozent der Erststimmen bekam, aber nicht auf der Landesliste steht. Die drei anderen Direktkandidaten erzielten nur einstellige Ergebnisse: Fatma Demirkol von der Linken kam auf 4,3 Prozent, Tillmann Weber von der FDP auf 7,5 Prozent und Ronald Berg von den Freien Wählern auf 5,2 Prozent.

Was die Zweitstimmenergebnisse angeht, liegt der Wahlkreis im Landestrend: Stärkste Kraft ist die CDU (29 Prozent), gefolgt von SPD (19,1) und Grünen (18,9). Die Linke liegt mit 4,8 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Die FDP holte 7,6 Prozent der Stimmen, die AfD 13,1.

Das stärkste Ergebnis im Wahlkreis holte die CDU in Rockenberg mit 38,2 Prozent. Auch in Bad Nauheim waren die Christdemokraten stärker als im Land: Dort holten sie 31,3 Prozent der Stimmen, die Sozialdemokraten haben dort das niedrigste Ergebnis mit 14,5 Prozent. Gleichzeitig gibt es in Bad Nauheim die meisten Grünen-Wähler: 21,9 Prozent.

Die AfD hat die meisten Stimmen in Wölfersheim (16,8 Prozent) und Reichelsheim (18,4 Prozent) bekommen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Wieder-Kartmann-aber-mit-Verlusten;art472,506483

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