13. November 2017, 11:00 Uhr

Denkmalschutz in der Kaserne

Wie wär’s mit einem Mini-Museum in der Wellblechbaracke?

Rund 20 ehemalige Mannschaftsgebäude in der Kaserne Friedberg sollen denkmalgeschützt werden. Dadurch muss die Stadt an einigen Stellen umplanen.
13. November 2017, 11:00 Uhr
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Von Jürgen Wagner
Nutzung als Ausstellungsraum? Mit einem Café unterm Wellblechdach? Es werden noch Nutzungsideen gesammelt. (Foto: Wagner)

Die Entwicklung der Kaserne schreitet voran, auch wenn davon nicht viel zu sehen ist. Die Verhandlungen zwischen Stadt und BIMA über den Verkauf einer ersten Teilfläche laufen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung berichtete Bürgermeister Michael Keller nun von ersten Festlegungen der Landesdenkmalpflege. 20 Mannschaftsgebäude aus der Zeit der beiden Weltkriege werden unter Denkmalschutz gestellt (die WZ berichtete). Das hat Auswirkungen auf die Planungen.

Noch gibt es für die Denkmalpflege einiges zu tun auf dem 74 Hektar großen Gelände. Es müssten noch Wirtschaftlichkeitsberechnungen für jedes der betroffenen Gebäude vorgenommen werden, sagte Dr. Christiane Pfeffer, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen. Pfeffer machte keinen Hehl daraus, dass die Stadt lange auf Antworten von der Denkmalbehörde warten musste. »Wir haben um Termine gebettelt.«

Campus wird umgeplant

Jetzt stehen jene 20 Gebäude oder Gebäudeteile fest, die erhalten bleiben sollen, und in einigen Punkten wird die bisherige Planung der Stadt durchkreuzt. So sollte der Wissenschaftscampus im oberen Teil der Kaserne den Blick nach Süden zum Grünstreifen freigeben. Das U-förmige Gebäude, das dort steht (PX-Supermarkt), soll nach dem Willen der Denkmalschützer erhalten bleiben; die Stadt hofft, dass der Durchgang zumindest in Form eines Torbogens möglich ist.

Auch am Rande der Kaserne sollen Gebäude geschützt werden, die nach Plänen der Stadt einer Wohnbebauung weichen sollten. Nun wurden die Baukörper auf den Plänen anders gruppiert. »Bis hier in fünf oder sechs Jahren gebaut wird, sind einige der Gebäude eh zusammengefallen. Da reicht der erste Schnee«, meinte Carl Cellarius (Grüne).

Idee für Wellblechhütte

Auch die Wellblechbaracke im Norden der Kaserne, die Laien nicht sofort mit Begriffen wie »Denkmal« oder »schützenswert« in Verbindung bringen dürften, bleibt erhalten. Achim Güssgen-Ackva (FDP) machte am Rande der Sitzung einen Vorschlag, wie das graue Gebäude mit dem gewölbten Blechdach genutzt werden könnte: »Man kann dort die Geschichte der Kaserne, die unsere Stadt ja über lange Zeit geprägt hat, anhand von Tafeln darstellen.« Es müsse nicht gleich ein »Museum« werden, aber ein kleiner Ausstellungsraum sei denkbar. Güssgen-Ackva: »Der Denkmalschutz ist kein Gegner, sondern ein Partner mit viel Kompetenz und Wissen.« Außerdem sei es möglich, die geschützten Gebäude zu integrieren; das zeigten die alternativen Planungen der Stadt.



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