19. März 2019, 20:38 Uhr

Wie ein Motor der Gesellschaft

19. März 2019, 20:38 Uhr

»220 Besucher bei der Vernissage«, freut sich Karin Merchel, »bis zum Sonntagabend waren es dann sogar 500«, sagte die 2. Vorsitzende des Kunstvereins Bad Nauheim. Schon am ersten Wochenende hat sich die diesjährige Mitgliederausstellung »inside.art« zu einem Publikumsmagneten entwickelt. »Die Vielfalt, die gelungene Hängung und die moderaten Preise wecken das Interesse der Besucher«, ist sich nicht nur Merchel sicher. Viele Besucher zeigten sich am Freitagabend bei der Ausstellungseröffnung begeistert von den Werken, die 37 Mitglieder des Kunstvereins in der Galerie der Trinkkuranlage bis zum 22. April präsentieren. 37 Künstler – 84 Kunstwerke – eine enorme Steigerung zum Vorjahr, wie auch der Kunstvereinsvorsitzende Jens Arnold bei seiner Begrüßung hervorhob. Auch dankte Arnold den Kuratoren Karin Merchel, Johannes Lenz und Helga Tillmann-Eiffler für ihr Engagement, sowie den Sponsoren für ihrer Unterstützung.

Digitale Malerei, Abstraktion, Foto-Collagen, Stoffarbeiten, Aquarelle, Foto-Realismus, Acryl, Stahlobjekte, Pigmenttusche auf Papier oder auch Mischtechniken auf Stahlblech, die diesjährige Mitgliederausstellung könnte nicht facettenreicher sein. »Kunst zitiert nicht nur, Kunst dokumentiert, übersteigert, kritisiert, persifliert«, sagte der Erste Stadtrat Peter Krank, der seitens der Stadt die Eröffnung übernahm. Kunst sei zugleich ein Chronist und Motor der Gesellschaft. Der Kunstverein gehöre seit vielen Jahren zum Kern der engagierten »Aktiven« in der Stadt. Er beschere einem heimischen Publikum den wohnortnahen Zugang zur Kunst. Die Mitgliederausstellung zähle hier zu den Highlights des Jahres. 19 »Neue« unter den Ausstellern, das sei zudem eine erfreuliche Quote.

Inspiration aus Asien

Zu den »Neuen« zählt Ingrid Schmidt-Schwabe. Die Bad Nauheimerin stellt zum ersten Mal öffentlich aus. Mit großer Leidenschaft und Hingabe entstehen ihre Bilder. Auch spiegelt sich ihre Liebe für ferne Länder in den Werken wider.« Ich möchte mit farbintensiven Bildern Offenheit gegenüber der Natur vermitteln«, sagt Schmidt-Schwabe.

»Die Landschaften und Farben Asiens sind meine große Sehnsucht und liebsten Mal-Motive.« Bereits in jungen Jahren probierte sie verschiedene Maltechniken aus, noch heute experimentiert sie gerne.« Eine meiner bevorzugten Farben ist Rot, die wie keine andere Farbe Wärme und Faszination verströmt«, so Ingrid Schmidt-Schwabe.

Die Künstlerin Petra Reissmann hat sich stets mit kreativen Prozessen beschäftigt und konzentriert sich ganz auf die Malerei. Ihre abstrakten Kunstwerke entstehen dabei mit völliger Hingabe, großer Leidenschaft und feinfühliger Tiefe, die sich manchmal in weichen Strukturen zeigt, aber auch in fragilen oder rauen Elementen. Obwohl sich die großflächigen Arbeiten immer wieder in Details verlieren, geben sie dem Betrachter doch genug Raum für freie Inspirationen. So ist ein markanter Stil entstanden, der sich durch ein unverkennbares Gespür für Farbkompositionen, organische Formen sowie ein spannendes Zusammenspiel von Flächen, Schichten und Ebenen auszeichnet.

Auch die Künstlerin Susan Boal Thormann beherrscht ihr Handwerk perfekt. Sie malt mit Öl auf alter Leinwand – natürlich und stimmungsvoll. Ihre in der Ausstellung zu sehenden Pineapples sind mit ihren Schatten eine Hommage an die Zeit des Art deco. Kirschen auf ihren Bildern wirken so natürlich, dass man versucht ist, hineinzubeißen. Werke Thormanns befinden sich mittlerweile in zahlreichen privaten Kunstsammlungen Europas und in den USA.

In Kooperation mit der Ernst-Ludwig-Buchmesse bietet der Kunstverein Bad Nauheim am Samstag, dem 23. März, um 19 Uhr eine Sonderveranstaltung an. Eingeladen wird zur Lesekur mit Literaturwissenschaftlerin Dr. Jasmin Behrouzi-Rühl. Die Lesekur ist zugleich eine Romantherapie zur Förderung der Lebens- und Leselust. Karten gibt es in den Geschäftsstellen der Wetterauer Zeitung, in der Buchhandlung am Park und an der Abendkasse.

Geöffnet hat die Galerie in der Trinkkuranlage dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, sowie an Samstagen, Sonntagen und feiertags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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