25. Juli 2019, 17:00 Uhr

Bevölkerungsstatistik

Wetterau weiterhin beliebt: Vor allem Frankfurter zieht es in den Kreis

Die Zahl der Wetterauer steigt. Obwohl es mehr Sterbefälle als Geburten gibt. Zurückzuführen ist das ausschließlich auf Zuzüge.Laut Statistik wird es auch in den nächsten Jahren so weitergehen.
25. Juli 2019, 17:00 Uhr
Immer mehr Menschen zieht es in die Wetterau, zum Beispiel nach Friedberg. Laut Statistik wird die Zahl der Wetterauer in den kommenden Jahren stetig steigen. (Foto: E. Makosch)

Zum 31. Dezember 2018 lebten im Wetteraukreis 306 460 Menschen. Das waren 1148 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Geburten lag im vergangenen Jahr wie auch schon in den Vorjahren mit 2730 unter der Zahl der Sterbefälle (3442). Dass die Wetterau trotzdem wächst, liegt an 17 259 Zugezogenen, denen 15 223 Fortgezogene gegenüberstehen.

Die meisten Menschen, die neu in die Wetterau kommen, sind Hessen aus anderen Kreisen, nämlich 9367. Aus anderen Bundesländern kommen 2798 Neubürgerinnen und Neubürger. 5094 kamen aus dem Ausland in die Wetterau. Die größte Gruppe der Neu-Wetterauer kommt aus Frankfurt (2357 Menschen). Menschen, die der Großstadt den Rücken kehrten. Gleichzeitig zog es aber auch 1430 Wetterauer in die Bankenstadt.

Einen regen Austausch gibt es auch mit dem Landkreis Gießen. 2039 Menschen kamen aus Gießen in die Wetterau, 1239 zog es dorthin. Ähnliches gilt für den Main-Kinzig-Kreis: 1445 Menschen kamen 2018 aus dem Nachbarkreis, 1209 sind dorthin verzogen. Mit dem nördlichen Nachbarkreis Vogelsberg ist der Austausch indes nicht so groß. 218 Vogelsberger zogen gen Süden, 341 Wetterauer zog es hingegen in den Landkreis mit dem größten Vulkanmassiv Europas.

Landrat Weckler: Große Herausforderung für die Region

Innerhalb Hessens sind 7616 Wetterauer umgezogen. Dem Bundesland haben 3112 Menschen den Rücken gekehrt, und in ein anderes Land sind 4495 Menschen aus der Wetterau im vergangenen Jahr gezogen.

Dass die Perspektiven für die Wetterau in den nächsten Jahren günstig sind, das hat die »PROGNOS Zukunftsstudie« für das Jahr 2019 bereits ergeben. Das Statistische Landesamt prognostiziert für den 31. Dezember 2030 genau 313 679 Wetterauerinnen und Wetterauer, eine Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem Vergleichsdatum, dem 31. Dezember 2014. An diesem Tag lebten in der Wetterau 297 369 Menschen.

»Die Zahlen zeigen zum einen die hohe Attraktivität des Wetteraukreises für die Menschen im Speckgürtel von Frankfurt«, sagt Landrat Jan Weckler. »Andererseits muss auch die Infrastruktur an die neue Situation angepasst werden. Das betrifft Straßen, den ÖPNV, soziale Belange und Schulen gleichermaßen. Das ist in der Region eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.«

Wohnraum für 30 000 Menschen wird geschaffen

Mit einem vom Statistischen Landesamt prognostizieren Bevölkerungswachstum von 5,5 Prozent liegt die Wetterau an vierter Stelle der 21 hessischen Landkreise. Andere Prognosen sehen noch höhere Wachstumsraten für den Wetteraukreis, wie Landrat Weckler deutlich macht: »Die Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamtes beruhen auf Daten aus dem Jahr 2014, die aktuelle Entwicklung zeigt, dass deutlich mehr Menschen in die Wetterau kommen werden. Allein die im Bau und in der Planung befindlichen Wohnungsbauprojekte schaffen Wohnraum für 30 000 Menschen.«

Die bevölkerungsreichste Stadt im Wetteraukreis ist seit Jahren Bad Vilbel, und das hat sich im Jahre 2018 auch nicht geändert. Hier lebten 33 990 Menschen (plus 245) vor Bad Nauheim mit 32 163 (plus 61) und der Kreisstadt Friedberg mit 29 180 (plus 218). Viertgrößte Stadt im Wetteraukreis ist die Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt Butzbach mit 26 197 (plus 181), Karben 22 127 (plus 78) und Büdingen 21 959 (minus 84).

Kefenrod kleinste Gemeinde

Die kleinsten Gemeinden im Wetteraukreis mit unter 3000 Einwohnern sind Hirzenhain mit 2878 (minus vier) und Kefenrod mit 2727 (plus sechs).

Auch was das Durchschnittsalter der Bevölkerung ausmacht, haben die Statistiker in Wiesbaden schon detaillierte Zahlen vorgelegt. So liegt der derzeitige Altersdurchschnitt in der Wetterau bei 44,2 Jahren, 2030 werden die Menschen im Durchschnitt knapp drei Jahre älter sein. Das Durchschnittsalter wird dann bei 47,1 Jahren liegen.

»Für die Landkreise und auch für den Wetteraukreis sind das große Herausforderungen, denen wir uns rechtzeitig stellen müssen«, sagt Weckler. »Vor allem muss die entsprechende Infrastruktur weiterentwickelt werden, die für eine älter werdende Gesellschaft gebraucht wird.« Laut Statistischem Landesamt soll die Zahl der Menschen über 65 von 20,5 Prozent auf 26,8 Prozent steigen.

Geburtenzahlen: Tiefstand 1985

Bei der Entwicklung der Geburtenzahlen ist ein Blick in die Vergangenheit interessant. Die Entwicklung der Zahl der Geburten je Frau ist ein wichtiger Hinweis für die langfristige Bevölkerungsentwicklung. Im Jahre 1970 lag die Zahl der Geburten je Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren bei 1,93. In den Folgejahren ist sie gravierend nach unten gegangen. 1971 waren es 1,83, 1972 1,63 und 1973 noch 1,47 Kinder pro Frau. In den Folgejahren ist die Zahl immer weiter zurückgegangen und hat im Jahre 1985 (mit 1,19 Kindern pro Frau) den Tiefpunkt erreicht. Seitdem steigt die Zahl der Kinder wieder an. Im Jahre 2000 betrug sie 1,39 Kinder pro Frau und verblieb auf diesem Wert bis 2011. Danach stieg die Zahl der Geburten pro Frau wieder an und lag im Jahre 2018 bei 1,57 Kindern.

Alle Statistiken gibt es im Internet unter: www.statistik.hessen.de.

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