02. November 2019, 12:00 Uhr

Antrag im Kreistag

Wetterau: Leere Straßen dank Radregion?

Autoschlangen, keine freien Parkplätze und lange Staus auf der A 5: Das ist für viele Wetterauer Autofahrer Alltag. Helfen könnte es, wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen. Deshalb wollen CDU und SPD die Wetterau zur Radregion machen.
02. November 2019, 12:00 Uhr
CDU und SPD fordern in ihrem Antrag mehr Radwege in der Wetterau, wie hier entlang der Friedberger Straße. Sie wollen Radfahren sicherer und komfortabler machen. (Foto: nic)

Sichere Radwege, mehr direkte Verbindungen, Ladestationen für E-Bikes an allen Bahnhöfen und weniger Verkehr auf den Straßen: So stellen sich die Koalitionsparteien SPD und CDU die »Radregion Wetterau« vor. Einen entsprechenden Antrag haben sie am Mittwoch im Kreistag gestellt.

»Aktuell herrscht eine Rad-positive Stimmung«, sagte Rouven Kötter (SPD) in der Sitzung. »Die wollen wir nutzen, um die nötige Infrastruktur zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Rad-Begeisterung anhält oder sogar noch zunimmt.« Man wolle die Verkehrswende schaffen. Für Sebastian Wysocki (CDU) ist es das Ziel, dass mehr Menschen das Fahrrad im Alltag nutzen. »Wir brauchen eine Alternative zum Auto, um die Straßen zu entlasten.«

Im Antrag werde deshalb neben dem touristischen Radverkehr, für den der Kreis schon viel tue, auch der Alltags- und Freizeitradverkehr berücksichtigt, heißt es in der Begründung. Dazu soll die jährliche Wetterauer Fahrradkonferenz beitragen. Die erste fand in diesem Jahr statt.

Der Antrag gliedert sich in die Bausteine Bewusstseinswandel, Infrastruktur und Radwege-Ausbau. Die Fraktionen fordern eine Internetseite für Radfahrer, die neben touristische Routen auch Alltagsverbindungen anzeigt. Der Kreis soll sich an der Stadtradel-Aktion beteiligen und die Fahrradausbildung an Grundschulen intensivieren. Außerdem sei es zu begrüßen, wenn weitere Schulen zu sogenannten Bike-Schools würden.

Radregion Wetterau: Mehr Radschnellwege

Es brauche aber auch begleitende Infrastruktur. Zum Beispiel Abstell- und Lademöglichkeiten für E-Bikes, besonders an Bahnhöfen und Pendlerstrecken. Es soll überprüft werden, ob an den Schulen ausreichend Fahrradständer vorhanden sind und diese gegebenenfalls erweitert werden. Und es müsse leichter werden, Fahrräder in Bus und Bahn mitzunehmen. Beim dritten Baustein setzen SPD und CDU auf Radschnellwege. Gemeinsam mit dem Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main soll einer dieser Wege von Frankfurt in die Wetterau entwickelt werden. Lücken, Schwach- und Gefahrenstellen im bisherigen Radnetz sollen zügig behoben werden. Außerdem schlagen CDU und SPD vor, beim Neubau oder der Sanierung von Kreisstraßen grundsätzlich auch einen Radweg zu bauen, wenn es auf der Strecke noch keinen gibt. Der Wetteraukreis soll sich darüber hinaus für den Ausbau von Radwegen entlang der Bundes- und Landesstraßen einsetzen. Natürlich gehe das nicht alles von jetzt auf gleich, sagte Kötter. Es sei eine langfristige Arbeit.

Michael Rückl von den Grünen stimmte dem Antrag grundsätzlich zu, bemängelte allerdings, dass er sich nur auf die Zuständigkeit des Kreises beziehe. »Geradelt wird im Alltag vor allem in den Gemeinden, und die werden im Antrag vergessen«, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende. Den Gemeinde nutze kein Radweg an einer Kreisstraße. Auch Gabi Faulhaber (Linke) forderte, den Schwerpunkt noch mehr auf den Alltagsradverkehr zu legen.

Radregion Wetterau: Kritik der AfD

Deutlichere Kritik kam von der AfD. Cornelia Marel fragte, wie viel Ackerland für den Ausbau geopfert werde und was der Ausbau von Ladestationen auf dem Land koste? Sie bezeichnete den Antrag als »aufgebauschtes, ideologisches Mammutprojekt« und folgerte, dass der Individualverkehr mit dem Auto nicht mehr gewollt sei. Daraufhin machte Kötter deutlich, dass Radfahren lediglich eine Alternative zum Autofahren sei und man es keinesfalls verbieten wolle.

Jörg-Uwe Hahn (FDP) brachte deshalb die »Verkehrsergänzung« ins Spiel. Der Begriff sei besser geeignet als der der »Verkehrswende«. »Es bringt nichts, sich nur auf eine Möglichkeit zu fokussieren, wir brauchen mehrere Alternativen zum Autofahren.« Das sei neben dem Radfahren auch der Ausbau der Niddertalbahn. »Die Kombination macht’s.«

Der Antrag wurde daraufhin einstimmig in den Ausschuss für Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft verwiesen. Dort wird er weiter diskutiert.

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