04. April 2019, 21:03 Uhr

Wenn’s mal haarig wird

04. April 2019, 21:03 Uhr
70 Friseure haben Radiomoderator Tobias Kämmerer und Coach Thomas Esche ihre Aufmerksamkeit geschenkt. (Foto: Herrmann)

Menschen reden gern über Dritte. Doch kommen sie auf diese Weise weiter? »Nicht wirklich«, sagt Tobias Kämmerer. Im Seminar »Wenn’s mal haarig wird« sprach der HR 3-Moderator auf Einladung der Friseurinnung über Herausforderungen des Alltags, speziell im Beruf.

Der Raum in der Wetterauhalle in Wölfersheim war gut gefüllt. Etwa 70 Zuhörer waren der Einladung der Friseurinnung gefolgt. Zusammen mit Kreishandwerksmeister Werner Ulowetz begrüßte Obermeisterin Doris Leidner Friseurmeisterinnen, Angestellte und Gäste. Vorne stand Tobias Kämmerer, bekannt aus der HR 3-Morningshow. Kämmerer hatte sich vor einem Jahr mit Coach Thomas Esche zusammengetan, um »Impulse für neues Arbeiten« zu vermitteln.

Inhalt des Seminars war der Umgang mit den kleinen Ärgernissen und der Kommunikation im Alltag. Dazu gehörte etwa Lästern. Eine Zuhörerin hakte nach: »Was ist, wenn ich ein Problem im Salon anspreche, und die Person ändert nichts?« Trete das ein, erwiderte Kämmerer, sei das frustrierend, weil man sich ein Herz genommen habe. Es lohne sich die Überlegung, ob die Art der Ansprache richtig war. Wie der Coach anhand der »VW-Regel« erläuterte, werde Kritik oft als Vorwurf formuliert. Besser fahre man damit, einen Wunsch zu äußern.

Esche riet, Probleme zeitnah zu kommunizieren. Oft warte man zu lange, weil es unangenehm sei. Man sage sich: »Wegen der Kleinigkeit will ich nichts sagen.« Diese Haltung könne allerdings zu Schlimmerem führen – bis der Kragen platzt. Der 48-Jährige aus Idstein warnte ebenfalls vor der »Sandwich-Methode«, Kritik mit Positivem zu versüßen. Lob sei wichtig, Kritik ebenfalls – aber klar getrennt voneinander. Wichtig sei zudem, Feedback als Ich-Botschaft zu äußern.

Das Coach-Duo nahm die Friseurinnen mit auf einen Ausflug ins »Eingemachte«: zu den Emotionen Angst, Wut, Scham, Trauer und Freude. Meist bewerteten Menschen den Verstand höher, doch Gefühle müsse man ernst nehmen. Etwa die Trauer bei einer Umstrukturierung, wenn Kollegen plötzlich in getrennten Büros arbeiten müssen. »Diese Inhalte sind sehr wichtig, damit Menschen besser miteinander umgehen und sich im Team besser verstehen können«, betonte Leidner.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Eschen
  • Kommunikation
  • Kämmerer
  • Seminare
  • Wetteraukreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos