20. März 2019, 20:06 Uhr

»Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrfrau«

20. März 2019, 20:06 Uhr
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Von Corinna Weigelt
Die Bambinis bilden mit ihren Betreuern eine starke Truppe. Sie treffen sich an jedem zweiten Freitag um 18 Uhr. (Foto: pv)

Nele ist erst acht Jahre alt, die Grundschülerin weiß aber bereits genau, was sie später werden will: Feuerwehrfrau. Schon jetzt übt sie fleißig dafür. Gemeinsam mit 14 weiteren Kindern besucht sie zweimal im Monat die Bambini-Feuerwehrgruppe in Rödgen. Nach einer längeren Planungsphase konnte diese zu Jahresbeginn realisiert werden.

Wie in einem Klassenraum haben die Bambinis im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Platz genommen. Neugierig blicken sie nach vorn. Was wird wohl heute auf dem Programm stehen? Seit Februar trifft sich die neu gegründete Bambini-Gruppe an jedem zweiten Freitag um 18 Uhr. Schon nach kurzer Zeit haben hier 15 Kinder viel gelernt. Das Absetzen eines Notrufes stand als erstes auf dem Plan. Stolz demonstrieren die Kleinen heute fiktive Anrufe. Am Ende gibt es Applaus von der Gruppe. Gleich im Anschluss wird die Ausrüstung der Feuerwehr vorgestellt. Von den Atemschutzgeräten sind die Kinder sofort beeindruckt. Warum ihnen die Feuerwehr gefällt? »Weil sie anderen Menschen helfen«, bringt es Alicia auf den Punkt.

»Die Idee einer eigenen Bambini-Gruppe war schon lange da«, erzählt Max Auer, zweiter Vorsitzender des Feuerwehrvereins. »Bis zur Realisierung hat es dann zwei Jahre gedauert.« 2008 ging in Schwalheim die erste Bambini-Gruppe an den Start. Weitere Ortsgruppen folgten. Spielerisch werden bei den Bambinis Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren an die Arbeit der Feuerwehr herangeführt. Nach dem zehnten Geburtstag kann in die Jugendfeuerwehr gewechselt werden. Gerne wollte man die Gruppe auch in Rödgen anbieten. Auer, der parallel für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr Rödgen zuständig ist, rührte daher die Werbetrommel. »Wir haben in der Wettertalschule und im Einzugsgebiet Flyer verteilt und in sozialen Netzwerken geworben«, erzählt er. »Das hat eingeschlagen wie eine Bombe.« Zum Elternabend im Januar erschienen viele Interessierte, 15 Kinder wurden schließlich angemeldet. Parallel freut sich der Verein auch bei den Erwachsenen über Neuanmeldungen.

Motiviert machte sich schließlich das ehrenamtliche Betreuer-Team um Bambinileiterin Nina Selle an die Vorbereitungen. Von Bianca Noreik, Franziska Hermann und Max Auer erhält Selle hier tatkräftige Unterstützung. Schließlich muss für die Kinder ein interessantes Programm ausgearbeitet werden. »Man kann nie früh genug damit anfangen, die Kinder an die Arbeit der Feuerwehr heranzuführen«, weiß Auer. Spielerisch werde schon den Kleinsten die Brandschutzerziehung vermittelt. Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Spiele stehen ebenso auf dem Programm wie ein gemeinsames Abendessen. »Die Kinder bringen ihr Essen mit, wir stellen dazu Getränke und Naschereien bereit«, sagt Nina Selle. Das Zusammensein in der Gruppe fördere soziale Kompetenzen und das Agieren im Team. Beim heutigen Staffellauf geht es um Schnelligkeit. Wie im Alltag der Großen müssen sich die Kleinen zügig für einen Einsatz rüsten. »Wir werden natürlich auch mit vielen Fragen gelöchert«, sagt Bianca Noreik. Schließlich sind die Kinder sehr wissbegierig. »Die Fahrzeuge waren da auch gleich interessant«, ergänzt Auer. Ihren ersten »Einsatz« haben die Kleinen schon erfolgreich absolviert: Alle haben am städtischen Frühjahrputz, der Aktion »Sauberhafte Stadt«, teilgenommen.

Dass in Rödgen nun die erste Bambini-Gruppe gegründet worden ist, erfreut auch den Ortsbeirat um Ortsvorsteherin Gisela Babitz-Koch: »Wir wünschen der neuen Gruppe mit ihren Betreuern viel Freude und Tatendrang.«



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