08. Februar 2018, 14:00 Uhr

Helau in Mörlau

Wenn der längste Lindwurm der Wetterau kimmt

Zum 69. Mal schlängelt sich am Fastnachtssonntag der längste närrische Lindwurm der Wetterau mit diesmal 112 Zugnummern durch Ober-Mörlen. Über 20 000 Zuschauer werden erwartet.
08. Februar 2018, 14:00 Uhr
Foto:nic

Auf der vier Kilometer langen Zugstrecke werden 1900 Karnevalisten Kamelle und Kusshändchen werfen, Musik machen und gute Laune verbreiten – darunter 500 Gardemädchen und zwölf Musikkapellen, mit dabei ist das weltmeisterliche Musikcorps Großen-Linden.

Beim närrischen Wagenbau in den Vereinshallen der KG Mörlau und des MCC Ober-Mörlen sind Profis am Werk. (Foto: hau)
Beim närrischen Wagenbau in den Vereinshallen der KG Mörlau und des MCC Ober-Mörlen sind P...

Als vor zweieinhalb Wochen der TÜV die beiden närrischen Wagenbau-Hallen in Ober-Mörlen besuchte, musste niemand zittern. Die »Profis vom Bau« hatten ganze Arbeit geleistet, alle Gefährte bekamen anstandslos ihre Siegel. Bevor sich der närrische Lindwurm am Sonntag um 14.11 Uhr in Bewegung setzt, darf man auf die neuen Motivwagen gespannt sein. Bis zuletzt werden die Wagenbauer von MCC und KG Mörlau drahten, kleistern und pinseln, um mit ihren politischen Seitenhieben up to date zu sein.

 

Gäste aus nah und fern

 

Rund zwei Drittel der über 30 Motiv- und Komitee-Wagen werden in Mörlau gebaut, die Hälfte aller Zugnummern entsteht an der Usa. Unter den Ortsvereinen darf man sich heuer besonders auf die für ihre aufwendigen Kostüme berühmten »Zeitgeister« freuen: Zum 30. Geburtstag haben sie sich ein brennend heißes Thema einfallen lassen.

Viel Fantasie lassen auch die Gäste aus nah und fern in den Lindwurm fließen. Diesmal kommen sie unter anderem aus Assenheim, Bad Nauheim, Blofeld, Cleeberg, Dorheim, Dorn-Assenheim, Frankfurt-Harheim, Großen-Linden, Nieder-Mörlen, Nieder-Weisel und Nieder-Wöllstadt, Ockstadt, Okarben, Oppershofen, Rosbach, Steinbach und Wisselsheim. Vom Bad Nauheimer Sprudelhof über rollende Burgen und Piratenschiffe bis zum Steampunk ist alles dabei.

 

Beim närrischen Wagenbau in den Vereinshallen der KG Mörlau und des MCC Ober-Mörlen sind Profis am Werk. (Foto: hau)
Beim närrischen Wagenbau in den Vereinshallen der KG Mörlau und des MCC Ober-Mörlen sind P...

Über 100 Wagenengel im Einsatz

 

Prinzenpaare mit Gefolge bereichern das Bild, der Mohr von Mörlau ist diesmal eine Mohrin, und natürlich dürfen auch die süßen Wurfgeschosse nicht fehlen. Sechs Tonnen Kamelle & Co. soll es regnen. Groß geschrieben werden Sicherheit und Erste Hilfe. Über 100 Wagenengel begleiten die Gefährte. Dazu kommen 70 Zugordner, und mit 70 Einsatzkräften werden DRK und Wehr vor Ort sein.

Beide Organisationen richten im Feuerwehrgerätehaus eine gemeinsame Einsatzleitung ein, wo speziell ausgebildete Ehrenamtliche postiert sind. Auch für alle Notfälle im Ort sind die Helfer erreichbar. Rettungswagen und Spezialfahrzeuge stehen ebenso parat wie Fußtrupps und Ärzte.

Dass die Präsenz der Helfer immer wichtiger wird, belegen Zahlen vom DRK-Kreisverband. Bis zu 50 Hilfeleistungen hatten die Helfer an den vergangenen Fastnacht-Sonntagen bis in die späten Abendstunden zu bewältigen. Von Verstauchungen, Brüchen, Schnittwunden bis hin zu Herz-Kreislaufbeschwerden war alles dabei, »leider auch zunehmend die Folgen von üppigen Alkoholkonsum«, schreibt das Rote Kreuz.

 

»Eintritt« kostet 3 Euro

 

»Ein Fastnachtszug in dieser Dimension wäre ohne den unermüdlichen und ehrenamtlichen Einsatz nicht machbar«, unterstreicht Zugmarschall Alexander Trier von der veranstaltenden KG Mörlau. Um Verständnis bitten die Verantwortlichen dafür, dass der »Eintritt« zum närrischen Spektakel nicht kostenlos sein kann. Der Verkauf der Zugplaketten für 3 Euro/Stück decke bei weitem nicht die Kosten von mittlerweile rund 15 000 Euro, unter anderem für Musikkapellen, Werbung, GEMA oder Versicherungen – nicht mitgerechnet das Wurfmaterial, das die Aktiven aus eigener Tasche bezahlen, oder der enorme Einsatz vom Gemeindebauhof und in der Gemeindeverwaltung. »Wir schätzen uns glücklich, dass wir von der Gemeinde intensiv unterstützt werden«, unterstreicht der Zugmarschall.

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