10. November 2017, 20:23 Uhr

Wenn das Hobby zum Beruf wird

10. November 2017, 20:23 Uhr
Sehr gründlich und zuverlässig, noch dazu herausragende Leistungen in Betrieb und Schule: Tim Hofmann wird von Klaus Repp (r.) mit Urkunde und Armbanduhr belohnt. Lehrherr Heinz-Günther Ebert und Martina Best-Ebert freuen sich mit dem »Lehrling des Monats«.

Der »Lehrling des Monats« kommt aus Florstadt. Der angehende Landmaschinenmechaniker Tim Hofmann aus Stammheim ist in seinem Ausbildungsbetrieb Landtechnik Ebert in Nieder-Mockstadt vom Präsidenten der Handwerkskammer Wiesbaden, Kurt Repp, ausgezeichnet worden. Repp riet Hofmann, sich weiterhin immer neue, höhere Ziele zu setzen, um im Leben voranzukommen.

»Ich freue mich, dass wir wieder einmal in der Wetterau, meiner Heimatregion, einen ›Lehrling des Monats‹ auszeichnen können«, sagte Repp, der in Echzell gemeinsam mit seinem Sohn einen Metallbaubetrieb führt. Besonders freue er sich aber auch, dass Hofmann durch seinen Ausbildungsbetrieb so gut an diesen »phänomenalen Beruf« herangeführt werde.

Zwei Stunden bis zur Berufsschule

Der 20-jährige Tim Hofmann ist im dritten Lehrjahr. Sein Lehrherr Heinz-Günther Ebert betonte, wie zufrieden er mit Hofmann sei. Dieser habe in der Ausbildung »überall die besten Noten, null Fehlzeit, keine Krankheitstage«. Besonders im Sommer, in der Erntezeit, müssten Landmaschinen bei hohen Temperaturen zuverlässig laufen. Deshalb sei es für einen guten Landmaschinentechniker wichtig, mögliche Fehler im Vorfeld zu erkennen und zu beseitigen.

Repp erläuterte, dass wie beim Auto sich auch die Landtechnik in den vergangenen Jahrzehnten verändert habe. Das bedeute, dass sowohl die Betriebe als auch die Auszubildenden mit modernster Technik umgehen können müssten. Hofmann bringt hierfür das Interesse und die Begeisterung mit.

Genauso kann er sich aber auch an der robusten traditionellen Technik freuen. »Wir haben hier noch viel mit älteren Traktoren zu tun«, erklärte er, wie vielseitig seine Ausbildung ist. Auch der persönliche Kontakt zu den Kunden macht ihm Spaß. Denn bei kleineren Defekten muss man zum Kunden auf den Hof kommen, weil die Fahrt mit dem Traktor in die Werkstatt zu aufwendig wäre. Bei größeren Defekten könne es vorkommen, dass die Landmaschine gar nicht aus eigener Kraft in die Werkstatt kommen könnten. Außerdem sei es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Landwirte die Maschinen nutzen könnten, wenn es drauf ankomme. »Wenn abends um zehn Uhr etwas kaputtgeht, muss man auch dann noch mal raus.«

In seinem Wohnort Stammheim hätten die Nachbarn Landwirtschaft. In seiner Familie werde die Landwirtschaft noch als Hobby betrieben, erklärt Hofmann seinen Bezug zu den Maschinen. 2012 habe er ein Schulpraktikum in einer Landmaschinenwerkstatt gemacht. »Da war klar, dass ich das machen will.«

Dass er mit Leidenschaft Landmaschinenmechaniker ist, zeigt sich auch privat. »Ich habe zu Hause einen 11er Deutz«, berichtet er. Den Schlepper aus dem Jahr 1959 hat er zusammen mit seinem Großvater restauriert.

Einziger Wermutstropfen bei der Ausbildung sei die Entfernung zur Berufsschule. Zwei Stunden dauere die Fahrt nach Darmstadt mit dem Zug. In Hessen gebe es nur noch in Alsfeld eine Berufsschule, die in Land- und Baumaschinentechnik ausbilde. Dennoch hat er vor, wenn er seinen Gesellenbrief hat, gleich weiterzulernen: Für den Winter 2018 hat er sich bereits zum Meisterkurs angemeldet.

Damit hält er sich schon jetzt an den Ratschlag, den Kammerpräsident Repp ihm für den weiteren Berufsweg mitgegeben hat. »Leg dir immer eine Latte wie beim Hochsprung. Wenn du ohne Probleme drüberkommst, leg sie ein bis zwei Tick höher«, forderte er den 20-Jährigen auf, sich immer stärker zu fordern. So komme man zu besseren Leistungen und Erfolg. »Wenn man erfolgreich ist, kann man auch mehr Lohn bekommen.« (Foto: sax)

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