12. November 2019, 20:31 Uhr

Wenn alles zusammenbricht

12. November 2019, 20:31 Uhr
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Notfallseelsorger haben Zeit für Menschen im Ausnahmezustand. In der Wetterau sind sie jährlich bei bis zu 150 Einsätzen. (Foto: Dirk Ostermeier)

Für den Wetteraukreis werden ehrenamtliche Notfallseelsorger gesucht. Der neue Ausbildungskurs startet im Februar 2020. Pfarrerin Christine Zahradnik, Leiterin der Notfallseelsorge im Wetteraukreis und Main-Taunus-Kreis, lädt vorab alle Interessierten zu einem Informationsabend am Mittwoch, 27. November, ein.

Die Notfallseelsorger des Wetteraukreises sind jährlich bei etwa 120 bis 150 Einsätzen aktiv. Im Netzwerk aus Rettungsdiensten, Notärzten, Polizei und Feuerwehr ist die Notfallseelsorge ein fester Partner. Häufig übernehmen die ehrenamtlichen Kräfte nach einem häuslichen Todesfall, beispielsweise nach erfolgloser Reanimation, die Betreuung der Hinterbliebenen. Sie unterstützen die Polizei, wenn die Beamten, etwa nach Unfällen oder Suiziden, Todesnachrichten an die Angehörigen überbringen müssen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Einsatzszenarien. Dieser Dienst steht rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, zur Verfügung.

Große Portion Lebenserfahrung

Seit 1998 gibt es dieses Angebot im Wetteraukreis; es wird von der evangelischen und katholischen Kirche gemeinsam getragen. Gemeindereferent Gregor Rettinghaus auf katholischer und Pfarrerin Christine Zahradnik auf evangelischer Seite leiten das Team und koordinieren die Einsätze. Aktuell stehen rund 17 Aktive in ihrer Freizeit für den regelmäßigen Bereitschaftsdienst zur Verfügung. Pfarrer sowie Ehrenamtliche aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen und auch Ruheständler sind vertreten.

Weitere Ehrenamtliche sind bei der Notfallseelsorge willkommen. Der Ausbildungskurs wird sich über mehrere Wochenenden von Februar bis Mai mit insgesamt rund 80 Stunden erstrecken. Er wird überwiegend in Bad Soden bzw. im Main-Taunus-Kreis stattfinden. Bei großer Nachfrage kann auch ein Kurs in der Wetterau angeboten werden.

Jeder, der sich zutraut, fremde Menschen in akuten Lebenskrisen zu unterstützen, der in ungewohnten Situationen rasch zurechtkommt und auch unter Stress flexibel agieren kann, darf sich angesprochen fühlen. Nicht zuletzt viel Einfühlungsvermögen in Menschen und Situationen sowie eine große Portion Lebenserfahrung helfen dabei, Betroffenen im Schock beizustehen und einen Weg aufzuzeigen.

In der Ausbildung geht es unter anderem um die (eigenen) Erfahrungen mit Krisen und dem Tod, Umgang mit Schuld, das seelsorgerliche Gespräch und Umstände eines Suizids, aber auch rechtliche Aspekte und Kriterien des Selbstschutzes. In Rollenspielen werden mögliche Einsatzszenarien geübt. Vertieft wird das dort Gelernte durch Hospitanzen bei Rettungsdienst und Polizei.

Interessierte können sich zum Info-Abend - Mittwoch, 27. November, 19 Uhr, Haus der Kirche, Händelstraße 52, Bad Soden - anmelden bei Pfarrerin Christine Zahradnik, Notfallseelsorge im Wetteraukreis, Mobil: 01 79/2 30 59 84, E-Mail: zahradnik@ notfallseelsorge-wettereau.de. Weitere Infos unter www.notfallseelsorge-wetterau.de.

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