28. März 2017, 20:17 Uhr

Vortrag über Inseltouren

Wenn Robben in Betten schlafen wollen

28. März 2017, 20:17 Uhr

»Wechselhafte Beziehungen zwischen Menschen und Tieren auf den Antipoden« lautete das Thema eines Vortrags von Prof. Wolfgang Wiltschko aus Bad Nauheim beim Kulturforum. Kurioses hatte er zu berichten, so zum Beispiel die Tatsache, dass Robben auf der Macquarie-Insel gerne in den Betten der Menschen schlafen wollen. Sie hätten kaum Angst vor der Zivilisation.

Wiltschko beschrieb eine Reise zu Inseln im Südpazifik, den Chatham- und Bounty-Inseln und den Antipoden. Die eher unwirtliche Gegend mit hohem Seegang und – nach den Fotos zu urteilen – oftmals bedecktem Himmel scheint ein Paradies für Vögel zu sein. Neben 17 Pinguinarten berichtetet Wiltschko von Albatrossen und erläuterte die erstaunlichen fliegerischen Fähigkeiten dieser Tiere. Eine Besonderheit der Chatham-Inseln ist auch das Vorkommen einer in einem reinen Blauton blühenden Orchideenart.

Auf den Bounty-Inseln sei das Klima zu schlecht für höhere Blütenpflanzen. Vor 150 bis 200 Jahren sei hier eine stark befahrene Schifffahrtsstraße verlaufen. Sie war wichtig für den Handel mit Asien und Australien und beschleunigte durch die herrschenden Westwinde die Heimfahrt der Segelschiffe. Durch das Aussetzen von Kaninchen und Ziegen, um Schiffbrüchigen zu helfen, veränderte sich die gesamte Tier- und Pflanzenwelt.

Problem mit verwilderten Katzen

Die Campbell-Inseln und die Macquarie-Insel bereiste Wiltschko ebenso wie die Aucklandinseln. Auf der Macquarie-Insel wurden in den Walfangstationen des 19. Jahrhunderts Pinguine in einer Art Entsafter zu Öl verkocht. Danach wurde die Insel jedoch zum ersten australischen Naturschutzgebiet erklärt, betreut von der Universität Melbourne. Hier sind die endemischen Haubenpinguine zu finden. Noch heute stellen verwilderte Katzen ein großes Problem für die Insel dar, das noch auf eine Lösung wartet.

Auch von Robben, Seeelefanten, Seeleoparden und vielen anderen Tieren, darunter nur wenige Singvögeln, aber mehrere Enten- und Möwenarten, war in Wiltschkos Referat die Rede. In einer wissenschaftlichen Station auf einer Insel müssen die Haustüren möglichst geschlossen bleiben. Die Robben, von denen die Menschen – wie auch von allen anderen Tieren – eigentlich zehn Meter Abstand wahren müssen, haben nämlich nichts gegen die Zivilisation einzuwenden. Sie kommen gerne in die Häuser und erobern die Betten.

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