04. Mai 2017, 20:10 Uhr

Wenn Kunst auf Jazz trifft

04. Mai 2017, 20:10 Uhr
Kennen sich seit über 40 Jahren: Die Mitglieder des Trios »Trivial«. (Foto: cor)

»In der Bad Nauheimer Szene ist der Jazz-Stil so gut wie nicht vorhanden«, bedauert Klaus Ritt, Vorsitzender des Kunstvereins. Also habe sich der Verein dem Musikstil angenommen und die Begegnung »Kunst trifft Jazz« arrangiert. Was die Umsetzung der spannenden Idee anging, wurde der Kunstverein in den eigenen Reihen fündig. Kunstverein-Mitglied Manfred Gloeckler selbst sitzt am Schlagzeug einer Jazzband. Gemeinsam mit Hans-Jürgen Gessinger und Thomas Schmitt bildet er das Trio »Trivial«. Nun lud das Trio zur ersten Jazz-Session am Morgen und bei freiem Eintritt in die Galerie der Trinkkuranlage ein.

Als die Anfrage kam, ein Jazzkonzert in der Kunstgalerie anzubieten, habe das Trio gleich zugestimmt. Gespannt waren die Kunstmitglieder aber auf die ersten Resonanzen. Die Begegnung zweiter Kulturbereiche – nicht nur für die Organisatoren und Musiker ein spannendes Erlebnis. Trotz bestem Wetter und paralleler Veranstaltungen in der Innenstadt ging das Konzept auf. Von den Jazz-Klängen angezogen, kamen immer wieder Besucher in die Galerie.

Das Trio »Trivial« ist bereits ein lang eingespieltes Jazz-Ensemble. Vor über 40 Jahren trafen sich die damaligen drei Studenten der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, um miteinander eigene Kompositionen zu spielen, beeinflusst vom damals neuen Münchner Label ECM und den Musikern Pat Metheny, Jaco Pastorius oder Jack DeJohnette. Das Erscheinen der Schallplatte »Bright size life« von Pat Metheny 1976 war dabei ein Schlüsselerlebnis für das Trio. Viele Titel entstanden während der Proben durch spontanes Improvisieren, Hans Jürgen Gessinger strukturierte und notierte die Ideen, später verfeinerten und modifizierten die Musiker gemeinsam die Kompositionen.

Mit ihrem Stil hatten Gloeckler, Gessinger und Schmitt Erfolg. Das Trio »Trivial« tourte durch ganz Deutschland und trat mit amerikanischen Stars auf großen Festivals auf. Höhepunkte des musikalischen Wirkens der Musiker waren ein Seminar bei Tony Williams im Mozarteum in Salzburg, Sessions mit Albert Mangelsdorff oder Jimmy Smith und der Gewinn des Jazzpreises auf dem Jazzfestival in San Sebastian.

Der Spaß am Experimentieren wurde auch während der Session schnell spürbar. Die Musiker spielten Titel aus dem Great American Songbook, sowie Interpretationen von St. Thomas. Die aufgegriffenen Jazzstandards wurden ganz neu interpretiert, eine sterile und statische Wiedergabe dabei vermieden. In dynamischen Dialogen, neuen harmonischen und komplexen Rhythmen möchten die Musiker sich durch eine zeitlose und individuelle Sprache ausdrücken, was ihnen auch gelingt.

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