25. August 2017, 20:42 Uhr

Friedberg lässt lesen

Wenn Gaby Hauptmann aus dem Nähkästchen plaudert

Die Lacher hatte Autorin Gaby Hauptmann sofort auf ihrer Seite. Sie weiß, wie Unterhaltung geht. Schreibt seit Jahren Bestseller. Genau die Richtige zum Auftakt von »Friedberg lässt lesen«.
25. August 2017, 20:42 Uhr
Ein bisschen ernst schaut Autorin Gaby Hauptmann bei der Lesung aus ihrem neuen Roman »Scheidung nie – nur Mord!«. Darin geht es aber alles andere als ernst zu. (Foto: lod)

Ob die 13 nun für viel Glück oder für das Gegenteil steht, das ist umstritten. Für die Lesereihe »Friedberg lässt lesen« dürfte sie wohl eher zum Glücksfall werden – zumindest nach der gelungenen Eröffnung der 13. Saison des Gemeinschaftsprojekts von der Buchhandlung Bindernagel, der Stadt, der Sparkasse Oberhessen und der Ovag.

Es waren vergnügliche und äußerst unterhaltsame 90 Minuten für die Besucher der Lesung von Gaby Hauptmann am Donnerstagabend in der Aula der Augustinerschule. »Scheidung nie – nur Mord« ist der Titel des neuesten Buchs der gelernten Journalistin und Autorin, die erstmals überhaupt aus ihrem neuen Roman las. Zu Beginn des Abends hatte Buchhändlerin Friederike Herrmann den Lesefans für die kommenden Monate ein »volles Programm bei Friedberg lässt lesen« versprochen. Das griff Hauptmann, die in Allensbach am Bodensee lebt, sofort auf: »Ich lasse auch gerne lesen«, meinte die Bestsellerautorin und hatte sofort die Lacher auf ihrer Seite.

»Ich war ja Journalistin«, meinte sie, um sich dann sofort zu korrigieren: »Journalist ist man ein Leben lang«. In ihrem erlernten Beruf war sie unter anderem mit der SWR-Reihe »Prominente privat« erfolgreich.

Bevor sie sich ihrem neuen Roman widmete, erzählte sie von einer intensiven persönlichen Begegnung mit Schauspieler Pierre Brice und dessen Frau sowie von ihrem heftigen Disput mit dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder in der Talkshow »3 nach 9«.

Immer wieder streute sie kleine Anekdoten aus ihrem Leben ein, passend zu ihrem neuen Werk, in dem sie « das Verhalten von Männern und Frauen auf die Schippe nimmt, die Männer schon ein bisschen mehr«, sagte Hauptmann. Erfreut war Hauptmann über die überraschend große Zahl an Männern im Auditorium, immerhin fast 20.

Im Mittelpunkt des Romans steht die Fast-Fünfzigerin Tina, die aus ihrer Sicht ihre aktuelle Lebenssituation beschreibt. Die Ehe mit Stefan, der zusammen mit seiner Schwester Friederike in München eine vor der Pleite stehende Solarfirma leitet, ist alles andere als zufriedenstellend.

Tina fasst das so zusammen: »Früher feierten wir Erfolge mit Sex und Sekt, dann mit Sex und Champagner, dann nur noch mit Champagner und heute gibt es keine Erfolge mehr.« Dass ihr Mann irgendetwas vor hat, ahnt sie schon, doch erst Schwägerin Friederike, mit der sie zuvor kaum etwas zu tun hatte, öffnet ihr die Augen. Sie verbünden sich.

Mann mit besonderem Duft

Dann ist da noch Lennard, der Mann mit dem besonderen Duft. Ob er für Tina der »romantische Weg zum Ehebruch« wird, bleibt bei der Lesung unbeantwortet. »Ich blättere jetzt mal 50 Seiten weiter«, meint Hauptmann kurz vor der entscheidenden Stelle zu diesem Thema. Offen bleibt auch, wer Tina eine Treppe hinunter gestoßen hat, wie sich die Beziehung zu Friederike entwickelt und was Ehemann Stefan mit seiner attraktiven Hausanwältin ausheckt. Nach ihrer mit viel Beifall aufgenommenen Lesung plauderte die Mitfünfzigerin noch etwas aus dem Nähkästchen, vor allem über die Erlebnisse nach ihrem Mega-Erfolg mit dem Buch »Suche impotenten Mann fürs Leben«, einer von inzwischen sechs verfilmten Romanen. Sie beantwortet Fragen, die ihr schon vor ihrem Auftritt gestellt wurden, unter anderem auf der Damentoilette. »Wir haben uns fast fest gequatscht«, meint sie mit Blick auf eine Besucherin, die lachend mit dem Kopf nickt. So erfuhren die Zuhörer, dass sie alle Orte in ihren Büchern vorher besucht, sie intensiv recherchiert und so manches private Erlebnis in ihren Romanen verarbeitet.

»Wenn sie noch Fragen haben, beim unterschreiben ist ja noch Gelegenheit«, meinte die Autorin noch, bevor sie die Bühne verließ, um zum »Signieren mit Small Talk« überzugehen.

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