17. September 2016, 12:00 Uhr

Weltreise zum Flughafen

Echzell-Bisses (sto). Man stelle sich vor, der Vater stirbt, und beim Ordnen des Nachlasses findet der Sohn auf dem Dachboden eine Kiste mit Fotos und Negativen. Sie stammen aus einer vergangenen Zeit, wecken Kindheitserinnerungen. So geschehen 1988, als Helmut Kohlmeier starb und dessen Sohn Wilfried mit den Schnappschüssen konfrontiert wurde. Deren Schwerpunkt lag auf den 40er und 50er Jahren in Bisses, der einstigen Heimat der Familie. Der in Frankfurt tätige Sohn verlegte wegen der langen Zugfahrten 1954 seinen Wohnsitz in die Mainmetropole. Aber eine emotionale Bindung zu dem kleinen Ort blieb immer bestehen.
17. September 2016, 12:00 Uhr
Eröffnen die Ausstellung »Glückliche Jugend in Bisses« (v. l.): Raphael Umsonst, Denise Umsonst, Bärbel Schunk, Leonie Schunk, Wilfried Kohlmeier und Bürgermeister Wilfried Mogk.

Der heute in Wehrheim lebende und durch Ausstellungen im Stockheimer Bahnhof oder vom Band »Bilder von der Vogelsbergbahn« bekannte Wilfried Kohlmeier arbeitete den Dachbodenfund ab 2010 auf und entschloss sich nun, die Bilder öffentlich zu zeigen. Am Samstag wurde die Ausstellung, die 145 Bilder auf 31 Tafeln zeigt, im Beisein von Bürgermeister Wilfried Mogk und Feuerwehrvorsitzendem Raphael Umsonst eröffnet.
Mogk lobte den Gedanken, das alte Bisses in Bildern auferstehen zu lassen. Nun könne man bis Januar 2017 jeden Sonntag im Saal des Feuerwehrgerätehauses bei freiem Eintritt von 13 bis 15 Uhr (außer 18. September und 9. Oktober) in Erinnerungen schwelgen.
Die 31 Bildtafeln sind thematisch geordnet. Wie Kohlmeier bei der Vernissage erläuterte, sind seine Kindheitserinnerungen für ihn unauslöschlich. Fand er beispielsweise nach dem Umzug der Familie nach Frankfurt dort einen normierten Spielplatz vor, so war Bisses ein einziger großer Spielplatz mit unzähligen Bewegungs- und Erfahrungsmöglichkeiten. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erinnerungen betitelte er die Ausstellung »Glückliche Jugend in Bisses«. Dazugehörten neben dem Leben in dem dörflichen Milieu auch die Dorffeste wie Fastnacht, Ostereier suchen, die Maiwanderung, das Mitfahren auf Papas Motorrad, die Schlittenfahrten im Winter oder das allsamstägliche Ritual »Kinder in die Bütt« (Waschbütt). Bildlich festgehalten sind auch Touren nach Echzell zum Kerbrummel, der einstige Gesangverein Concordia Bisses bei einem Festumzug und der damals fast als Weltreise empfundene Besuch in Frankfurt mit seinem Flughafen.
Abends lud die Wehr zur einer Reise gen Süden ein: Beim Oktoberfest gab’s Weißwürste, Fleischkäse und Bier. (Foto: sto)

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