15. November 2019, 20:13 Uhr

»Welcome to Sodom« regt zu lebhafter Diskussion an

15. November 2019, 20:13 Uhr
Gespannt verfolgt das Publikum den Film, der im Badehaus 2 gezeigt wird. (Foto: pv)

»Welcome to Sodom«, dieser Film war kürzlich beim Filmfestival »Globale Mittelhessen« im Badehaus 2 zu sehen und das auf Initiative des Vereins fair wandeln.

Menschen, Rinder und Schafe laufen über brennende Müllhalden und suchen nach dem, was für sie verwertbar ist. Insgesamt ist es eine trostlose und abweisende Landschaft. Sie liegt in der Nähe der ghanaesischen Hauptstadt Accra und wird bezeichnenderweise auch Sodom genannt.

Die zahlreich erschienenen Zuschauer erlebten am ersten Globale-Mittelhessen-Festivaltag eine Vielzahl von Bildern, über die anschließend noch lange diskutiert wurde. Dr. Emmanuel Ametepeh, der seine direkt gewonnenen Eindrücke von der Situation vor Ort schilderte, ergänzte den Film hervorragend und erläuterte die Leben der Menschen in Sodom facettenreich: die Lebenserwartung liegt um die 40 Jahre, es gibt kein Gesundheitssystem, Wasser wird ausschließlich in Plastikflaschen verkauft, die Bäche sind vergiftet. Kinder suchen mit Magneten im Boden nach Metall.

Aber es gibt in diesem menschenunwürdigen Umfeld sogar funktionierende Strukturen: Rapper machen Musik, es wird Fußball gespielt, ein Friseur schneidet einem Jungen die Haare auf einer Schutthalde, ein Kind wird geboren. Ihr Einkommen ist mehr als gering, aber sie leben: auch von dem aus Europa illegal importierten Elektroschrott. Vor Ort werden Kabel verbrannt, um das Metall freizulegen und zu recyclen. Dieses wird dann wieder nach Europa verkauft. Billigste Arbeitskräfte, damit hier Geräte zum günstigsten Preis angeboten werden können. Jedoch sind Veränderungen im Gang: die ghanaesische Regierung geht gegen den illegal importierten Schrott vor, die Menge wird geringer. Mithilfe der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gibt es erste Projekte, die Wege aus der immer noch sehr bescheidenen Lage aufzeigen.

Im Verlauf der sich anschließenden Diskussion kam der Umgang mit elektronischen Geräten und Elektroschrott in Deutschland zur Sprache. Jeder könne Rohstoffe einsparen. Noch funktionierende Geräte könne man weitergeben oder selbst weiter nutzen.

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