14. November 2019, 14:00 Uhr

Glasfaserausbau

Wegen Glasfaserausbau: »Gefühlt 1000 Mails pro Tag«

In Ober-Mörlen wird gebaggert, zugeschüttet, wieder aufgemacht und stellenweise sogar schon asphaltiert. Bürgermeisterin Kristina Paulenz äußert sich zu Beschwerden über Folgen des Glasfaserausbaus.
14. November 2019, 14:00 Uhr
Verursachen einen »Höllenlärm«, selbst beim langsamen Drüberfahren: Dünne Metallplatten sind vielerorts, so wie hier an der Ecke Taunusstraße/Neugasse, über Straßenrinnen und Löcher gebreitet worden. (Foto: hau)

Viereinhalb Monate sind seit dem Startschuss zum dorfweiten Glasfaserausbau ins Land gegangen. Bis Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten in Ober-Mörlen abgeschlossen sein, bevor es in Langenhain-Ziegenberg und dann am Maiberg weitergeht. Momentan mag der Betrachter nicht so recht daran glauben. Tatsächlich wird im kompletten Dorf gebaggert, zugeschüttet, wieder aufgemacht und stellenweise sogar schon asphaltiert. Von wirklich fertigen Straßenzügen kann derzeit noch keine Rede sein.

Die Beschwerden über Stolperfallen in Straßen und Gehwegen häufen sich, von einer Gefahr für Radfahrer, Kinderwagen und bewegungseingeschränkte Menschen ist die Rede, von Schmutz und Lärm - und von »unterlassener Hilfeleistung« der Rathausspitze. Gefühlt 1000 E-Mails mit Beschwerden, Fragen oder Hinweisen gingen bei ihr täglich ein, berichtet Bürgermeisterin Kristina Paulenz. Anfangs habe sie noch selbst geantwortet und darauf hingewiesen, dass nicht die Gemeinde die Verantwortung trage, sondern die Firma Deutsche Glasfaser (DG) sowie die von der DG beauftragte Tiefbaufirma Verne, an die man sich bitte wenden möge.

Arbeiten sollen 2019 fertig sein

Seit rund zwei Wochen antwortet die Rathauschefin nicht mehr selbst, sondern leitet alle Beschwerden und Anfragen umgehend an die vor Ort eingesetzte Vertreterin der Firma DG weiter. Zugleich informiere sie den Beschwerde-/Fragesteller darüber und erhalte auch eine Kopie der Antworten durch die DG. Tatsächlich verursachten die viel zu dünnen Metallplatten, die vielerorts über Straßenrinnen und Löcher gebreitet würden, einen Höllenlärm, selbst wenn man im Schneckentempo darüber rolle. Für individuelle Grundstückssituationen ließen sich mit den sehr freundlichen Arbeitern vor Ort in der Regel Lösungen finden.

»Wir machen keine Abnahme, bevor nicht alles in Ordnung ist«, unterstreicht Paulenz mit Blick auf die Fachfrau in der Verwaltung, die bei der Begutachtung des Straßenzustands das letzte Wort habe. »Da geht’s ja auch um die Gewährleistung«, betont die Bürgermeisterin, »sonst haben wir später den Schlamassel an der Backe.« Nur dort, wo beispielsweise Bürgersteige ohnehin in einem schlechten Zustand gewesen seien, trete die Gemeinde als zweiter Auftraggeber auf, um die maroden Stellen gleich ordentlich asphaltieren zu lassen. »Das bezahlen wir auch selbst«, sagt Paulenz, entsprechende Haushaltsmittel seien für dieses Jahr bereits erschöpft. An eine gleichzeitige Absenkung von Borsteinkanten, wie von einem Beschwerdeführer vorgeschlagen, sei gar nicht zu denken. »Das wären Extraaufträge, die ein Wahnsinnsgeld kosten würden, das wir gar nicht haben.«

Arbeiten sollen 2019 abgeschlossen sein

Sie bestehe darauf, betont Paulenz, dass die Arbeiten im Dorf in diesem Jahr noch - wie von der DG in Aussicht gestellt - abgeschlossen würden. Spätestens bis zu den Fastnachtssitzungen habe das Materiallager auf dem Lekkerkerkplatz zu verschwinden. »Der Bürocontainer darf stehen bleiben«, sagt Paulenz, alles andere komme auf einen Platz an der Bundesstraße nahe Langenhain.

Bei allem Ärger über das derzeit eher einem Schweizer Käse ähnelnde Dorf bittet die Rathauschefin die Bürger weiterhin um Geduld und ruft in Erinnerung: »Wir bekommen die schnelle Datenautobahn kostenlos bis in die Häuser verlegt.«

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