Wetterau

Wasserlieferung: Gemeinde schließt Vertrag

Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung aus der Grünen-Fraktion stimmte das Gemeindeparlament in seiner Sitzung am Donnerstag für einen Wasserlieferungsvertrag zwischen der Kommune und der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (Ovag). Damit folgten die Abgeordneten einer Vorlage vom Gemeindevorstand und einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses.
30. September 2019, 20:32 Uhr
Annette Hausmanns

Bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung aus der Grünen-Fraktion stimmte das Gemeindeparlament in seiner Sitzung am Donnerstag für einen Wasserlieferungsvertrag zwischen der Kommune und der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (Ovag). Damit folgten die Abgeordneten einer Vorlage vom Gemeindevorstand und einer Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses.

Demnach soll die Liefermenge, je nach Bedarf, auf bis zu 100 000 Liter pro Jahr erhöht werden (statt bislang 60 000 Liter). Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit bis mindestens 2039 und dann mit fünf Jahren Kündigungsfrist. Der Basis-Wasserpreis liegt bei knapp 59 Cent pro Kubikmeter (plus Gleitkausel und einer möglichen Preiserhöhung pro Jahr), die Bürger bezahlen 2,47 Euro für den Kubikmeter.

Grünen-Vorsitzender Raimund Frank warnte davor, »einfach die Bedarfsmenge zu erhöhen« und dann die Hände in den Schoß zu legen. Stattdessen sollten weitere ortsnahe Wasserquellen identifiziert und am Trinkwasserverbrauch gespart werden. Denkbar seien, bspw. fürs neue Baugebiet und nach Florstädter Vorbild, zwei Wasserleitungen: eine für Brauch- und eine für Trinkwasser.

FWG-Chef Jürgen Schneider begrüßte den Vertrag ausdrücklich, die Erhöhung sei notwendig gewesen. Immerhin liege der Selbstversorgungsgrad bei 70 bis 80 Prozent, rechnete er vor. In die eigene Wasserversorgung habe man in den vergangenen Jahren erheblich investiert, auch der neue Wasserhochbehälter auf der Mautzenwiese sei zu befürworten. SPD-Vorsitzender Joachim Reimertshofer brachte beide Ansätze auf einen Nenner: »Das ein tun und das andere nicht lassen« lautete seine Devise fürs Erhöhen des Wasserlieferungskontingentes bei gleichzeitiger Investition in die eigene Versorgung. »Wenn wir die Daseinsvorsorge alleine nicht schaffen, müssen wir Hilfe holen«, unterstrich Reimertshofer. Im Namen der CDU-Fraktion sprach sich Marco Hosenseidl für den Vertrag aus und befand die Grünen-Argumente für gut nach dem Motto »Autarkie wäre schön«. Bürgermeisterin Kristina Paulenz rief ergänzend in Erinnerung, dass die Ovag nicht irgendein Wirtschaftsunternehmen sei, sondern eine aus drei Regierungskreisen gespeiste kommunale AG.

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