01. Mai 2018, 17:58 Uhr

»Was will die Mück im Äbbelwoi?«

01. Mai 2018, 17:58 Uhr
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Von Harald Schuchardt

Besser hätte der Saisonstart in der Apfelweinstraußwirtschaft »Zum Gerippte« nicht sein können: Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen sorgten für einen vollen Hof. Doch auch in der Scheune war Betrieb.

Den ersten offiziellen Tag in der diesjährigen Saison nutzten Wirtin Eva Maria Scharf und ihre Familie, um mit einer Vernissage die diesjährige Kunstausstellung mit Karikaturen von Katja van Zoest zu eröffnen. Dazu konnte sie in ihrer Kulturscheune eine große Zahl an Besuchern begrüßen, vor allem aus dem Kirschendorf, was nicht wundert, wohnt die Künstlerin doch in der Borngasse, nur wenige Meter vom »Gerippte« entfernt.

Gekommen war auch Ortsvorsteher Günther Weil, der sich freute, dass erneut eine Künstlerin aus dem Kirschendorf ihre Werke in der Kulturscheune präsentiert. »Gerippte«-Wirtin Eva-Maria Scharf ist es zu verdanken, dass erstmals eine gezeichnete Geschichte gezeigt wird.

»Als Eva die ersten Zeichnungen gesehen hat, war sie total begeistert, das ist jetzt fast zwei Jahre her«, erinnert sich die Künstlerin. Für Scharf war klar, dass die gezeichnete Geschichte »Was macht die Mück im Äbbelwoi?« wie für ihre Apfelweinstraußwirtschaft geschaffen ist.

 

Besuch von Andreas Maier

 

Der Ursprung der Geschichte liegt schon lange zurück, erzählt van Soest, die in Ockstadt aufgewachsen ist und kurz nach der Wende nach Leipzig gegangen ist, um dort Grafik zu studieren. Anschließend lebte sie lange in Frankreich, wo sie für verschiedene Museen tätig war. Vor zehn Jahren kam die Diplom-Grafikerin mit ihrem Sohn zurück in ihr Heimatdorf. Van Zoest: »Irgendwann habe ich dann die Mücke wiederentdeckt, die ich schon vor meiner Frankreichzeit gezeichnet hatte.«

Da ihr diese Vorlage nicht mehr so ganz gefallen hatte, begann sie die Mücke neu zu zeichnen. »Während ich zeichnete, fiel mir die Geschichte ein, das lief parallel«, sagt die Ockstädterin, die aktuell verschiedene künstlerisch-kreative Kurse in der Kunstschule Bad Nauheim und bei der FAB gibt.

Relativ zügig entstand die fröhliche Geschichte um »Äppler-Bernd«, der seinen selbst gekelterten Apfelwein gegen die lästigen Mücken verteidigt. »Wenn ich was im Kopf habe, dann zeichne ich auch schon mal eine Nacht durch«, sagt van Zoest und lacht. Als Vorlage für die Hauptfigur diente ihr Vater, der natürlich zur Ausstellungseröffnung gekommen war.

Am Tag vor der Eröffnung besuchte Schriftsteller Andreas Maier die Familie Scharf, mit der er seit Langem befreundet ist. Er betrachtete die filigranen Zeichnungen und sagte: »Die Ausstellung in diesem Jahr will nicht nur, sie kann auch was.«

Nach der Einführung in die Ausstellung zeigte van Zoest die Zeichnungen über einen Beamer und las dazu die kleine Geschichte vor. Das Buch wird wohl bald in Druck gehen.

 

Die Ausstellung »Was macht die Mück im Äbbelwoi kann während der Öffnungszeiten des »Gerippten«, donnerstags bis sonntags sowie an Feiertagen ab 17 Uhr und an den Spieltagen während der Fußball-WM besichtigt werden.



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