14. August 2019, 21:47 Uhr

Was fehlt, ist eine Werkstatt

Die Bad Vilbeler Modellbahnfreunde sind wieder einmal heimatlos. Seitdem es die Gruppe gibt, haben die Männer immer wieder Probleme damit, geeignete Räume zu finden. Momentan verstauben sämtliche Materialien für den Bau von kleinen Landschaften und Zügen in verschiedenen Kellern. Dabei kam die Gruppe bei allen Altersgruppen immer gut an.
14. August 2019, 21:47 Uhr
Im vergangenen Jahr im Februar sind die Züge der Modellbahnfreunde noch über die zehn Anlagen im alten Domizil gehuscht. Danach hat für Kurt Hainer und Wolfgang Lohn der Abbau begonnen, die Anlagen sind immer noch eingelagert. (Foto: Archiv)

Es hat einen Beigeschmack, wenn sich die Bad Vilbeler Modellbahnfreunde zweimal im Monat im Haus der Begegnung am Marktplatz treffen. Zwar können sie sich hier austauschen, gemeinsam in Erinnerungen schwelgen oder über die kommende Ausstellung auf dem Weihnachtsmarkt unterhalten.

Doch gemeinsam an den einst so groß ausgestellten Landschaften und Zügen arbeiten, das können sie hier nicht. Denn die Geschichte der Gruppe ist geprägt von ständiger Suche nach passenden Räumlichkeiten: »Angefangen hat alles, als wir uns regelmäßig in einer Pizzeria trafen«, erinnert sich Kurt Heiner zurück. Dort habe man vor langer Zeit erstmalig gemeinsame Arbeiten ausgestellt - mit großem Erfolg.

Erste gemeinsame Anlage

»Bürgermeister Stöhr hat uns damals gefragt, ob wir nicht Lust hätten, auf dem Weihnachtsmarkt auszustellen«, so Heiner. Der Andrang damals sei groß gewesen, erinnern er und die Modellbahnfreunde sich zurück, »Wir haben dann mit dem Bürgermeister gesprochen, denn wir brauchten eine Werkstatt.« Und diese war recht schnell gefunden. Im Keller der Kita Kunterbunt in Dortelweil durften die Modellbahnfreunde ihre ersten gemeinsamen Anlagen bauen. »Es war nicht viel Platz und wir mussten danach immer wieder abbauen. Aber das war schon in Ordnung«, überlegt Heiner.

Schnell habe sich in Zusammenarbeit mit der Stadt ein generationsübergreifendes Kooperationsprojekt entwickelt. »Einmal pro Woche haben wir mit den Kindern damals gebaut. Kurz danach wurden wir von der Stadt auch schon angefragt, ob wir nicht im Kurhaus einen großen Aufbau machen könnten«, so Heiner. Das sei enorm viel Arbeit gewesen, erinnert er sich. »Zur selben Zeit, das war 2012, mussten wir aber die Kita verlassen, doch der Bürgermeister hat uns erlaubt, im Kurmittelhaus einen Raum zu nutzen.« Dieser sei größer gewesen, allerdings ungeeignet für Besucher. Doch zum Arbeiten an den Miniaturlandschaften perfekt.

Jugendliche angelernt

»Wir waren zu dieser Zeit elf Leute. Das war schon toll«, finden die fünf Männer. »Dann wurde die Neue Mitte eröffnet und es kam für uns noch besser: Wir durften in die ehemalige Stadtbibliothek ins Schwimmbad einziehen. Es war schon klar, dass die abgerissen werden sollte. Aber das schien in weiter Ferne«, erläutert Heiner. »Das war der helle Wahnsinn dort. Wir konnten auf 300 Quadratmetern bauen.« Sogar die privaten Anlagen hätten die Modellbahnfreunde dorthin mitbringen können. »Uns war es immer wichtig, uns auch zu zeigen. Deshalb sind wir jedes Jahr beim Weihnachtsmarkt und beim Straßenfest. Und zu der Zeit, als wir in der alten Bibliothek waren, haben wir viermal im Jahr den Tag der offenen Tür angeboten.« Das Interesse des Publikums sei enorm gewesen. Sogar einige Jugendliche hätten in dieser Zeit regelmäßig an den Anlagen mitgebaut und seien angelernt worden. »Im März 2018 mussten wir dann aber raus. Wir wussten nicht wohin mit den ganzen Sachen«, sagt Heiner. Im Bürgerhaus auf dem Heilsberg haben die Modellbahnfreunde ein Lager gefunden. Einiges steht zudem im Haus der Begegnung im Keller, wo sich die Männer zweimal pro Monat treffen. »Wir haben keine Werkstatt momentan, und das ist sehr schade«, betonen Heiner und seine Freunde.

Dennoch wollen die Modellbahnfreunde nicht in Vergessenheit geraten: »Wir laufen beim Festzug des Vilbeler Marktes mit und werden sicherlich auch am Weihnachtsmarkt wieder ausstellen. So können wir zeigen, dass wir noch da sind, wenn wir den Vilbelern momentan auch keine weiteren Ausstellungen bieten können.«

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