01. November 2018, 17:00 Uhr

Sonne, Kuchen, Äppelwoi

Was die besondere Atmosphäre auf dem Friedberger Wochenmarkt ausmacht

Frisches Obst und Gemüse, veganes Frühstück, Bratwurst, Äppelwoi – der Friedberger Wochenmarkt hat einiges zu bieten. Es geht nicht nur um Materielles, sondern auch um die besondere Atmosphäre.
01. November 2018, 17:00 Uhr
AAF

Bereits um kurz nach 6 Uhr morgens sind die ersten Vorboten geschäftigen Treibens zu vernehmen, wenn die ersten Marktbeschicker ihre Waren entladen. Kaum eineinhalb Stunden später flanieren schon die ersten Kunden über den Platz und halten nach frischem Obst und Gemüse Ausschau. Bis er um 8 Uhr offiziell öffnet, tummeln sich bereits viele Friedberger vor den Ständen, die einer Wagenburg gleich um den zentralen Platz Friedbergs angeordnet sind. Die Rede ist vom Elvis-Presley-Platz und dem Friedberger Wochenmarkt.

Lokales Bio-Gemüse, Obst aus aller Welt, Handkäs und Eier von »um die Ecke«, ein riesiges Kuchensortiment aus Friedberger Herstellung, hessische Wurstspezialitäten, raffinierte Antipasti, Blumen und Gewürze – für all das ist der Wochenmarkt auch außerhalb der Friedberger Stadtgrenzen bekannt und wird gerne aufgesucht. Was etwas versteckt stattzufinden scheint, doch nicht minder wichtig ist für eine zentrale Begegnungsstätte, spielt sich an den Tischen und Bänken, Stehtischen und Imbisstheken ab: An keinem anderen Platz in Friedberg dürften sich so viele Begegnungen ergeben wie auf Friedbergs Herzstück.

 

Freude über frischen Knoblauch

An Heidi Mörlers Kuchenstand treffen wir morgens Christian Kässmayer. Heute ist er der Erste am samstäglichen Kuchenstammtisch. Schon seit zwei Jahren treffen sich dort Veganer zum süßen Frühstück. »Es fing damit an, dass ich aus der Gruppe fast jeden Samstag gefragt wurde, ob ich nicht einen Kuchen ohne Milch, Butter und Ei anbieten könne«, sagt die Ockstädterin lächelnd. Nach einigen Wochen gab sie dem Drängen nach. Heute gibt es zwei davon und Muffins obendrein. »Die sind am Ende immer aus«, hören wir von der Bäckerin. Christian Kässmayer weiß warum: »Es fing mit zwei, drei Leuten an. Inzwischen sind wir manchmal so viele, dass wir uns eigene Campingstühle mitbringen.« Heute ist er der Erste in der Runde und noch dick eingepackt.

 

Elisabeth Rücker und Martin Kresse lassen sich Äppelwoi schmecken,
Elisabeth Rücker und Martin Kresse lassen sich Äppelwoi schmecken,

Ein paar Meter weiter und zur Mittagszeit finden wir Elisabeth Rückel und Martin Kresse in der Wärme der Sonne an Mollis Bude. Beide sind am Wochenende mit dem Wohnwagen unterwegs. Durch Zufall haben sie in Bad Nauheim haltgemacht. Da erinnerten sie sich daran, eine HR-Sendung über Friedberg gesehen zu haben. Also haben sie das schöne Herbstwetter genutzt und sind kurzerhand in die Kreisstadt aufgebrochen. »Wir haben im Sonnenschein entdeckt, dass es hier sehr gute, qualitätsvolle Lebensmittel gibt«, sagt der Leverkusener und lächelt seine Frau an. Die beiden genießen eine hausgemachte Bratwurst, und der Äppelwoi aus dem »Gerippte« durfte nicht fehlen.

 

Roswitha Clement und ihr Sohn Sebastian genießen den Sonnenschein auf dem Elvis-Platz.
Roswitha Clement und ihr Sohn Sebastian genießen den Sonnenschein auf dem Elvis-Platz.

Der Weg geht weiter zu den Sitzbänken und Tischen des Friedberger Weinkontors. Dort sitzt die Friedbergerin Roswitha Clement. Normalerweise geht sie überwiegend zum Einkaufen auf den Wochenmarkt. Heute hat sie jedoch Besuch von ihrem Sohn aus Frankfurt und genießt gemeinsam mit ihm den sonnenbeschienenen Elvis-Presley-Platz bei einem Gläschen Wein. Auch ihr Sohn Sebastian vermisst den Wochenmarkt. Dort, wo er wohnt, im Frankfurter Stadtteil Dornbusch, findet der Wochenmarkt nur dienstags statt, wenn Sebastian arbeitet. Gerade die Obst- und Gemüsestände vermisst er. »Ich war früher oft hier einkaufen. Gerade, wenn man mal einen frischen Knoblauch kaufen will. Den kriegt man ja sonst nirgendwo.«

Die letzten warmen Tage mit Herbstsonne auf dem Platz des Kings dürften gezählt sein. Was passiert im Winter? »Zumindest meine Veganer kommen auch bei Eis und Schnee«, sagt Heidi Mörler lachend. Sie sitzen dann von der Heckklappe ihres Kombis geschützt eng beieinander unter ihrem Pavillon. Der Friedberger Wochenmarkt ist offenbar ein Wohlfühlort, an dem auch das Bibbern nicht stört.

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