06. August 2019, 17:00 Uhr

Waschbach

Warum der Bach zugewachsen ist

Der Waschbach in Berstadt ist zugewuchert. Warum, fragt ein WZ-Leser. Komplettes Freischneiden sei nicht sinnvoll, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.
06. August 2019, 17:00 Uhr
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Von Sabrina Dämon
Kaum vorstellbar: Im Mai 2018 war der Waschbach über seine Ufer getreten. Heute ist er wieder ein kleiner Bach, gerade in Zeiten der Trockenheit. Aber warum wird das Ufer nicht freigeschnitten?, fragt ein Berstädter. (Foto: nic)

Es ist jetzt über ein Jahr her. Damals, im Mai 2018, regnete es so stark, dass der Waschbach in Berstadt über die Ufer trat. Gärten und Keller der Anwohner standen unter Wasser, die Feuerwehr hatte zahlreiche Einsätze. Wer den Waschbach an einem normalen Tag sieht, kann sich das kaum vorstellen. Und auch wenige Tage nach dem Hochwasser war er wieder ein kleiner Bach. Genauso wie heute. Die Sorge der Berstädter, die in der Nähe wohnen, dass es wieder zu einer Überschwemmung kommen könnte, blieb jedoch.

Kürzlich erreichte die WZ-Redaktion ein Anruf aus Berstadt: Der Waschbach sei zugewuchert, sagte der Anrufer. Dabei habe die Gemeinde zugesichert, sich um den Bach zu kümmern.

Warum also wird das Ufer nicht freigeschnitten? »Der Waschbach wird von der Gemeinde in regelmäßigen Abständen freigeschnitten, allerdings nie komplett. Ein komplettes Freischneiden ist aus naturschutzfachlicher Betrachtung nicht sinnvoll«, sagt Gemeinde-Pressesprecher Sebastian Göbel.

Freischneiden nur nach Absprache

Generell dürften solche Maßnahmen aus naturschutzrechtlicher Sicht in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nur in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde durchgeführt werden. »Bei den jährlichen Mäharbeiten an den Böschungen müssen die Bereiche, in denen Rohrkolben- und Schilfpflanzen stehen, im Besonderen beachtet werden.« Denn für die Flora und Fauna stelle ein Mähvorgang einen Eingriff dar und werde daher nur in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt. »Teilbereiche der Fauna bleiben jedoch stets vom Eingriff unberücksichtigt, damit eine schnelle Wiederbesiedlung der gemähten Flächen mit Flora und Fauna möglich ist.«

Was das Thema Hochwasser angeht, heißt es aus der Verwaltung: »Die Gemeinde Wölfersheim hat das Thema Hochwasserschutz stets im Blick und unternimmt auch entsprechende Anstrengungen.« Oberhalb von Berstadt befinden sich zwei Regenwasserrückhaltebecken (Brinkgraben und Riedgraben) die hohe Niederschlagsmengen puffern könnten und so den Waschbach entlasteten.

Vor Hochwasser ist jedoch kein Gewässer geschützt. 2007 hab das Regierungspräsidium Darmstadt für den Waschbach in den Gemarkungsbereichen Berstadt und Echzell ein Überschwemmungsgebiet festgelegt. Zudem sei mit der Oberen Naturschutzbehörde ein Grabenpflegekonzept für den Waschbach abgestimmt worden. Dieses werde in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Fachdienst für Wasser- und Bodenschutz im Rahmen der jährlich stattfindenden Gewässerschauen vor Ort überprüft. »Notwendige Maßnahmen werden sodann von der Gemeinde beauftragt bzw. durchgeführt. Unser Ziel ist es, die Themen Naturschutz und Hochwasserschutz in Einklang zu bringen.«



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