20. August 2019, 18:15 Uhr

Warten auf zwei Statik-Gutachten

20. August 2019, 18:15 Uhr
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Von Corinna Weigelt
So soll die Windmühle an der »Langen Wand« in Bad Nauheim einmal aussehen. Die Kosten werden auf 500 000 Euro geschätzt. Knapp ein Drittel davon ist bereits als Spenden auf dem Vereinskonto eingegangen. (Fotomontage: Jean-Marie Bourdin)

Bad Nauheim (pm). Wenn die beiden Statik-Gutachten vorliegen, dann wird der Verein Wind- und Wasserkunst seinem Ziel, der Wiederherstellung der historischen Windmühle an der »Langen Wand«, ein weiteres Stück näher kommen. Der aktuelle Planungsstand war eines der Themen in der Jahreshauptversammlung des Vereins am Freitag im Saal des Hotels Rosenau.

Vorsitzender Dr. Thomas Schwab erinnerte an zahlreiche Aktivitäten zur geplanten Wiederherstellung der Windmühle. Für den Erfolg diverser Werbe-Aktivitäten spricht das starke Wachstum des Vereins auf derzeit 200 Mitglieder. Nach den vertraglichen Vereinbarungen mit der Stadt über die Nutzung des Windmühlenturmes bestand die Hauptaufgabe des Vereins darin, die Voraussetzungen für eine Baugenehmigung zu schaffen. Bauzeichnungen, Bestandsaufnahmen, Brandschutzkonzepte und Statik-Gutachten wurden erstellt und in Friedberg eingereicht. Allein 44 000 Euro musste der Verein für diese vorbereitenden Maßnahmen ausgeben. Das bisherige Spendenaufkommen, darunter eine zweckgebundene Spende des Fördervereins der Kurstadt Bad Nauheim, ermöglichte es, die Rechnungen der Ingenieurbüros zu begleichen. Architekt Gustav Jung erläuterte den aktuellen Stand zum Bauantrag. Eine Besonderheit stellt die Erstellung zweier verschiedenen Statik-Gutachten (Trag- werksplanung) für den Windmühlenturm dar. Mit der Beurteilung der Statik des über 250 Jahre alten Turmes wurde ein Ingenieurbüro aus Darmstadt beauftragt. Für die Statik der Mühlenhaube, der Mühlentechnik und der Windmühlenflügel musste ein Ingenieurbüro aus einem Bundesland gewonnen werden, in dem noch heute Windmühlen gebaut und rekonstruiert werden. Ein Büro für Bauwesen in Hannover übernimmt diese Aufgabe. Beide Büros haben laut Pressemitteilung des Vereins zugesagt, die Planungen bis Ende September vorlegen zu können.

Vereinsspitze bei Wahl bestätigt

Optimismus verbreitete Schatzmeister Jochen Wagner in seinem Finanzbericht. Von den geschätzten Kosten in Höhe von 500 000 Euro sei bereits knapp ein Drittel als Spenden auf das Konto des Vereins eingegangen. Davon stammten allein 125 000 Euro vom Förderverein der Kurstadt Bad Nauheim. Derzeit wirbt der Verein bei Bad Nauheimer Unternehmen und bei Gremien und Institutionen des Landes, des Bundes und der EU für den Wiederaufbau der Windmühle. Das Interesse an einer Unterstützung sei vorhanden, endgültige Zusagen würden in den nächsten Wochen erwartet, schreibt der Verein Wind- und Wasserkunst.

Bei der Wahl des neuen Vorstandes wurden Schwab und Armin Häfner als Vorsitzende bestätigt, zum Schatzmeister wurde erneut Jochen Wagner gewählt. Neu im Vorstand ist Erwin Helfrich als Sekretär. Dem erweiterten Vorstand gehören Klaus Englert, Helmut Fleißner, Dr. Wolfgang Hammann, Dieter Heier, Klaus Neuhöfer, Christian Purschke und Gerhard Zimmermann an.

Als vorrangige Aufgaben für das kommende Jahr nannte Schwab weiterhin die intensive Suche nach Spendern und Sponsoren und die Ausschöpfung von Fördermitteln aus Land, Bund und EU. Vorträge, Info-Veranstaltungen und Führungen rund um den Mühlenturm und das Schwalheimer Rad sollen in noch stärkerem Maße als bisher für den Wiederaufbau der Windmühle werben. Auch Feste und Veranstaltungen wie der Deutsche Mühlentag oder die Tage des offenen Denkmals sollen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das Industriedenkmal lenken.



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