23. September 2016, 12:00 Uhr

Warten auf den »ganz großen Wurf«

Wetteraukreis (pm). 52,9 Prozent des Volkseinkommens sei in diesem Jahr in die Taschen des Staates gegangen, sagte Joachim Papendick, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Steuerzahler (BdSt) Hessen, vor den Vollversammlungsmitgliedern der IHK Gießen-Friedberg, die kürzlich zusammenkamen. Wie es nun in einer Pressemitteilung der IHK heißt, brachte Papendick zudem die Forderung des Steuerzahlerbundes nach Steuerentlastungen vor: »Es ist an der Zeit, etwas zu ändern. Es muss etwas von dem, was in den letzten Jahren erwirtschaftet wurde, zurückgegeben werden.« Er sagte zudem: »Von einem Euro verbleiben dem, der diesen als Arbeitnehmer erwirtschaftet, noch 47,1 Cent.«
23. September 2016, 12:00 Uhr
Dr. Matthias Leder präsentiert die Sticker der Öffentlichkeitskampagne. (Foto: sel)

Die Steuereinnahmen des Staates seien von 440 Milliarden im Jahr 2000 auf 600 Milliarden 2012 angestiegen. Bis 2020 werden sie laut Papendick auf über 800 Milliarden Euro anwachsen.
Der 1949 gegründete Steuerzahlerbund hat 250 000 Mitglieder. Dem Landesverband Hessen – als einem von 15 in Deutschland – gehören 16 300 an. Der eingetragene Verein arbeitet laut Papendick gemeinnützig, unabhängig und parteipolitisch neutral. Er setzt sich laut seiner Satzung gegen eine zu starke Belastung der Menschen mit Steuern und Abgaben ein.
Den »ganz großen Wurf« im Steuerrecht, sagte der BdSt-Hessen-Vorstandsvorsitzende, halte er zwar für dringend nötig und wünschenswert, »damit jeder seine Steuererklärung versteht«, zugleich sehe er aber »die großen Felsen, die auf dem Weg dorthin liegen und eine Realisierung verbauen und verhindern«. Die nächste Ausgabe des vom Steuerzahlerbund jährlich herausgegeben »Schwarzbuches«, in dem »Steuergeldverschwendungen« auf allen Staatsebenen detailliert geschildert und angeprangert werden, erscheine am 6. Oktober, berichtet Papendick.
Bei der Vollversammlung meldete sich auch IHK-Präsident Rainer Schwarz zu Wort. »Die erfolgreiche Bargeldkampagne der IHK Gießen-Friedberg geht weiter«, sagte er. Darin wird auf Grundlage der vor einigen Monaten einstimmig von der Vollversammlung gebilligten Resolution die Beibehaltung des Bargeldes ohne jegliche Beschränkungen gefordert. Unter der Maxime »Bargeld ist Freiheit« und »Europa zahlt bar« will die heimische Wirtschaft Bestrebungen entgegentreten, eine Obergrenze von 5000 Euro bei der baren Bezahlung von Produkten und Dienstleistungen festzulegen und den 500-Euro-Schein innerhalb der Währungsunion gänzlich abzuschaffen.
Dr. Matthias Leder, Hauptgeschäftsführer der IHK Gießen-Friedberg, wies auf den »Erfolg« der die Resolution begleitenden Poster- und Aufkleberaktion hin. Aktuell seien – bei steigender Tendenz – über 300 der von der heimischen IHK gestalteten großen Poster sowie mehr als 7000 Aufkleber bundesweit angefordert worden.

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