13. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Hessischer Literaturlöwe

WZ-Redakteur Jürgen Wagner ist der neue Wärter des Hessischen Literaturlöwen

Große Ehre für WZ-Redakteur Jürgen Wagner: Er ist der neue Herr des Hessischen Literaturlöwen. Der Journalist (»jw«) und Schriftsteller konnte sich bei der Preisverleihung vor Superlativen kaum retten.
13. Dezember 2017, 16:00 Uhr
»Er durchpflügt die literarische Muttererde der Wetterau, um Körner zu finden, auch Goldkörner der Literatur.« Das sagt Literaturprofessor Dr. Heiner Boehncke (r.) über Jürgen Wagner, der vor Freude strahlt. (Foto: hau)

WZ-Redakteur Jürgen Wagner ist der neue Wärter des Hessischen Literaturlöwen. Seit Montagabend darf der »hervorragende Protagonist literarischer Heimatkunde« den Preis des Vereins der Freunde und Förderer des Literaturlands Hessen hegen und pflegen. In der Wetterau gebe es kein besseres Herrchen für den besonderen Löwen, sagte Professor Dr. Heiner Boehncke in seiner Laudatio.

Die Kaiserstraße schimmert im Adventszauber. In der Bindernagelschen Buchhandlung brennt noch Licht. Gebannt lauschen Menschen zwischen Bücherregalen sitzend einem Barden mit Gitarre. Jürgen Wagners musikalische Liebeserklärungen gelten dem sprachlichen Schabernack. Knackige Adaptionen von Welthits gipfeln in Wagners Grie-Soß’-Blues und dem afrikanischen Evergreen vom schlafenden Löwen mit Gästechor in der swingenden Buchhandlung.

 

Jürgen Wagner, der beste Literaturlöwenwärter der Wetterau

 

Dem eigentlichen Anlass des Abends kam das kraftvolle Tier gelegen: Der Literatur-Löwe komme häufig vor in Hessen, führte Professor Dr. Heiner Boehncke in seiner Laudatio auf WZ-Redakteur Jürgen Wagner, den neuen Würdenträger des Literaturpreises, aus. Die Wetterau gehöre zu den Lieblingshabitaten des Tieres. »Was aber nützt ein Literaturlöwe, wenn er nicht gefüttert, gepflegt, ein bisschen dressiert und zur Arbeit angehalten wird?«, fragte der Literaturprofessor.

In Jürgen Wagner habe man den besten Literaturlöwenwärter gefunden, den es »in der Wetterau und noch ein großes Stück darüber hinaus überhaupt gibt«. Der Hessische Literaturlöwe werde sich bei Wagner wohlfühlen. Das neue Löwen-Herrchen mit seinem »Philologen-Herz und Wörter-Hirn« sei »als Berichterstatter, Chronist, Anreger und selber Wort-Meister zuständig für eine ganze literarische Landschaft; eben die Wetterau«.

 

Joachim Seng (l.) überreicht hessische Spezialitäten an WZ-Redakteur »jw«. (Foto: hau)

Tägliche Glossen in der Wetterauer Zeitung als Schlüssel zur Literaturlandschaft

 

Nicht erst seit seinem Erstling über den aus Nieder-Florstadt stammenden Sprachwissenschaftler, Lexikographen und Mundartdichter Karl Weigand im Jahr 2004 sei Wagner mit großer Intensität Wörtern auf den Grund gegangen, um sie zu rütteln, zu schütteln, zu verbiegen und wieder gerade zu rücken, mit ihnen Schabernack zu treiben oder ganz im Ernst Texte zu schreiben. Nicht zuletzt wegen Wagners täglicher Glossen hätten die Leser der Wetterauer Zeitung das Glück, die Literaturlandschaft Wetterau zu bewohnen.

Der Laudator erinnerte an »die goldene Wetterau«, eine »Kornkammer des Reichs«, eine »sanft wogende Ebene zwischen den Gebirgen«, wie der Landstrich von bedeutenden Literaten der Geschichte beschrieben worden sei. Zu den großen Wetterauern zählte Professor Boehncke beispielsweise Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig, Peter Kurzeck, Quotenkönig Wolf Schmidt und den die Wetterau geradezu besingenden Andreas Maier, Mundartdichter Peter Geibel und Liedermacher Martin Schnur.

 

»Er durchpflügt die literarische Muttererde der Wetterau, um Körner zu finden, auch Goldkörner der Literatur«

 

Dazu gesellten sich wunderbare »Passagiere«, die en passant die Wetterau besichtigt und verstanden haben, fuhr Boehncke fort: Bettina von Arnim, Henry Benrath, Matthias Claudius, Matthias Altenburg alias Jan Seghers, Robert Gernhardt oder Erich Kästner. Sie alle habe der neue Literaturlöwenbändiger in seiner literarischen Heimatkunde der Wetterau mit dem markanten, aus einem Erich-Kästner-Gedicht entlehnten Titel »Hering mit Lakritzen« versammelt. »So macht man Titel: Aus Teilen, die nur in der literarischen Fantasie zusammen passen«, lobte Boehncke.

»Er durchpflügt die literarische Muttererde der Wetterau, um Körner zu finden, auch Goldkörner der Literatur.« Tief gerührt strahlte Jürgen Wagner, er fühle sich sehr geehrt. Er habe das große Glück, Widerhall auf seine Texte zu erfahren. Dafür sei er sehr dankbar.

 

Etliche Autogrammwünsche und »Hering mit Lakritzen«

 

In Ergänzung zur Urkunde gab es einen Korb mit hessischen Spezialitäten für den Preisträger, überreicht von Boehnckes Vorstandskollegen Joachim Seng.

Friederike Herrmann sprach dem Publikum aus der Seele, als sie für den wunderbaren Abend in ihrer Bindernagelschen Buchhandlung dankte. Hier war der »Hering mit Lakritzen« 2011 verlegt worden, und hier durfte Jürgen Wagner auch wieder etliche Exemplare signieren.

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