07. März 2019, 17:00 Uhr

Tiere schützen

Vorsicht, kreuzende Kröten in der Wetterau!

Frühlingszeit ist Wanderzeit – auch für Lurche und Kröten. Der Nabu Bad Nauheim und der BUND Rockenberg setzen sich für den Schutz von Amphibien ein und appellieren an Autofahrer.
07. März 2019, 17:00 Uhr
Kröten und Lurche wandern im Frühjahr in großer Zahl an Straßen entlang – und über die Straßen. NABU und BUND bitten um Rücksichtnahme. (Foto: dpa) |

Mit dem Einsetzen der milden Temperaturen beginnt alljährlich im Frühjahr die Amphibienwanderung. Dazu werden Amphibienschutzzäune an Straßen aufgestellt, die auf der Wanderstrecke der Amphibien zum Laichgewässer überquert werden. Am Sonntag ist erstmals ein Schutzzaun in der Bad Nauheimer Kernstadt entlang der Hochwaldstraße, zwischen dem Waldhaus und dem Wohngebiet im Waldbereich, aufgebaut worden, schreibt der Nabu Bad Nauheim in einer Pressemitteilung. Dort wurden in den vergangenen Jahren wieder vermehrt überfahrene Amphibien gefunden. Brigitte Kokes vom Nabu Bad Nauheim hatte 2018 mit einigen Helfern abends viele Erdkröten per Hand über die Straße getragen, damit diese Tiere dem Tod entkamen. Dennoch wurden einige Kröten zu späteren Stunden von den Autos überfahren. In der Summe wurden etwa 140 unterschiedliche lebende oder tote Amphibien gezählt.

 

Sammlung im Fangeimer

 

Um es den Tieren zu ermöglichen, zum Ablaichen an die Waldteiche zu gelangen, ohne von Autos überrollt zu werden, und um das Aufkommen besser beobachten zu können, wurde in diesem Jahr der mobile Schutzzaun aufgebaut. Ein Helferteam kontrolliert täglich in den Morgenstunden die Eimer, entnimmt die Amphibien und setzt sie auf der anderen Straßenseite aus, von wo aus sie dann weiterlaufen können. Wichtig ist, dass hierbei Anzahl und Art bestimmt und dokumentiert werden.

 

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Nabu-Aktive stellen in der Hochwaldstraße einen Schutzzaun auf.

 

An der L 3134 zwischen Steinfurth und Oppershofen stellt der Nabu Bad Nauheim seit 2011 gemeinsam mit dem BUND Rockenberg im Bereich des Naturschutzgebietes »Breitwiese« zur Frühjahrswanderung einen mobilen Amphibienschutzzaun auf. Dies wird auch am Freitag, 8. März geschehen. Die Organisation liegt bei Sonja Hess vom Nabu Bad Nauheim und Jürgen Hutfiels vom BUND Rockenberg. Bei den allmorgendlichen Kontrollen der eingegrabenen Fangeimer konnten 2018 knapp 1650 Erdkröten, 65 Grasfrösche, 90 Teichmolche und ein paar wenige Exemplare des streng geschützten Kammmolches festgestellt und sicher über die Straße zu ihren Laichgewässern gebracht werden.

Mittelfristig ist dort laut Nabu Bad Nauheim die Errichtung einer stationären Leiteinrichtung notwendig, die auch die Rückwanderung der Amphibien zurück von ihren Laichgewässern in der Aue absichere.

 

Gefahr durch den Strömungsdruck

 

Da die Amphibien leider nicht immer an den Stellen des Zaunes über die Straße wandern und es nicht möglich ist, überall Schutzzäune aufzubauen, appellieren Nabu Bad Nauheim und BUND Rockenberg an alle Autofahrer, in der Dämmerung vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf liebestrunkene Lurche zu nehmen. Überall, wo Kröten, Frösche und Molche unterwegs seien, sollte man auf Tempo 30 heruntergehen, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden. Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen sie oftmals Straßen überqueren. Eine oft unterschätzte Gefahr sei der Strömungsdruck der Fahrzeuge. Bei Geschwindigkeiten von über 30 km/h würden auch Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen. Der Strömungsdruck der Autos bringe ihre inneren Organe zum Platzen. »Hinweisschilder an den Straßenrändern weisen im Allgemeinen auf Streckenabschnitte hin, in denen besonders viele Amphibien wandern.«

 

Weitere Information zu diesem Thema gibt es im Internet unter: www.nabu-bad-nauheim.de.

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