16. März 2017, 20:32 Uhr

Vorfreude aufs Löschfahrzeug

16. März 2017, 20:32 Uhr
Bürgermeister Bertin Bischofsberger (l.) und der Vorsitzende Marcus Jung (r.) mit den langjährigen Mitgliedern (v. l.) Horst Rack (40 Jahre), Helmut Weitz (50 Jahre), Christa Stolle (25 Jahre), Reinhard Weitz und Herbert Stiefmeier (beide 50 Jahre). (Foto: pv)

»Ich hoffe, dass der Wetteraukreis uns so auf der Prioritätenliste platziert, dass wir 2018 in die Beschaffung gehen können.« Bürgermeister Bertin Bischofsberger verbreitete bei der Hauptversammlung der Feuerwehr viel Optimismus. Das StLF 20/25, so der Fachjargon für das neue Staffellöschfahrzeug, war das bestimmende Thema. Das neue Fahrzeug ist nötig, denn die Indienststellung des alten (ein TSF-W) jährt sich dieser Tage zum 25. Mal, wie Wehrführer Nicklas Pipperek ergänzte. Das für einen Erstangriff oder eine mittlere technische Hilfeleistung ausgestattete Gruppenfahrzeug sei ein Kompromiss – denn eigentlich steht die Neubeschaffung eines Tanklöschfahrzeugs im städtischen Bedarfs- und Entwicklungsplan. Für Stadtbrandinspektor Michael Paulencu wäre das aber in erster Linie »ein leeres Feuerwehrauto«, denn Stromerzeuger, Schläuche und Strahlrohre müssten zusätzlich für viel Geld angeschafft werden.

Pipperek erinnerte an die Gemeinschaftsübung in Reichelsheim mit der Simulation eines Verkehrsunfalls. Kritik an einer ausufernden Pyrotechnik konterte er: »Wir müssen uns realistisch auf das vorbereiten, was jeden Tag passieren kann.« Dabei freute er sich über eine gestiegene Übungsbeteiligung der 32-köpfigen Einsatzabteilung. Auch der Ausbildungsstand vermittle Zuversicht, motivierte er die Truppe doch zu vermehrten Lehrgängen. Die mit der Digitaltechnik einhergehende Überarbeitung des Alarmplans bedeute zudem ein größeres Aufgabenspektrum. Sein Fazit: »Wir leisten in komplexen Einsatzsituationen effiziente Hilfe. Das spornt uns an, noch besser zu werden.«

Erstmals wurden mit Boris Dönges, Peter Sturm und Jens Mayer die besten Übungsteilnehmer ausgezeichnet. Zudem avancierte Peter Sturm zum stellvertretenden Jugendwart; Clemens Winkler heimste einmal mehr ein Lob für sein Engagement bei der Brandschutzerziehung ein.

Der Vorsitzende Marcus Jung sah für 2016 Licht und Schatten: »Vaddertag top, Hüttenparty in Punkto Unterstützung ein Flop.« Fänden sich künftig keine Helfer, gehöre die Traditionsveranstaltung bald der Vergangenheit an. Seine Sorge: »Um für den Brandschutz sinnvolle Investitionen zu tätigen, brauchen wir jeden Cent an Einnahmen.«

Als lebendige Truppe positionierte Jugendwart Marcel Kuhl seinen Nachwuchs. Schwerpunkte der sich auf 146 Stunden summierten Aktivitäten waren die Teilnahme am Spiel ohne Grenzen und die Gemeinschaftsübung. Allerdings hinterlasse der fehlende Nachwuchs Spuren. Gefragt sei nicht nur eine innovative Nachwuchswerbung (geplant ist ein neuer Flyer). Einzelne Stadtjugendfeuerwehren hätten bereits fusioniert. Kuhl: »Natürlich mache ich mir Gedanken, ob das auch für uns sinnvoll wäre.«

Letzteres beschäftigte auch die Einsatzabteilungen. In zwei Findungsworkshops versuchten Stadt und Feuerwehrausschuss die Bereitschaft zur Zusammenlegung zu eruieren. »Das gehe aber nicht über Nacht«, erteilte der Rathauschef Schnellschüssen eine Absage. Die Entscheidung müsse für alle Stadtteilwehren tragfähig sein.

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