24. Oktober 2018, 19:42 Uhr

»Vorbild für hessische SPD«

24. Oktober 2018, 19:42 Uhr
Erster Beigeordneter Hans Hahn spricht mit Hessen-SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, r.: Kandidat Karl-Otto Waas. (Foto: sax)

Knapp eineinhalb Stunden hat der Spitzenkandidat der Hessen-SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, am Montag Echzell besucht. Die Zeit nutzte er, um sich über die Arbeit der Genossen vor Ort und die Situation der Gemeinde zu informieren. Im Gespräch mit Mitgliedern der Partei musste er sich auch kritische Stimmen anhören.

Der angekündigte Haustürwahlkampf von Schäfer-Gümbel gemeinsam mit dem örtlichen Direktkandidaten Karl-Otto Waas fiel dem knappen Zeitplan zum Opfer. Dieser ließ nur einen kurzen Spaziergang die Hauptstraße auf und ab mit Abstechern in die Bücherei und zu der kleinen Parkanlage zwischen Rathaus und Heimatmuseum sowie abschließend ein Gespräch im Café zu.

Trotzdem nahm sich »TSG« Zeit für die Genossen vor Ort und deren Anliegen. »Bildungseinrichtungen dieser Art sind wichtiger denn je«, lobte er die Arbeit der Bücherei unter deren Leiterin Martina Weber. Schäfer-Gümbel erkundigte sich nach der Zahl der Medien, die zur Ausleihe angeboten werden, wie viele Nutzer die Bücherei hat und welche Gebühren verlangt werden. Reuhl erläuterte, es habe Überlegungen gegeben, die Bücherei aus finanziellen Gründen zu schließen. Dies habe man aber verhindern können.

Auf dem Weg die Hauptstraße entlang wechselte Schäfer-Gümbel plötzlich die Straßenseite: Seine Begleiter hatten eine treue Anhängerin der Partei entdeckt. »Wir sind uralte SPD-Leute«, erklärte die ältere Dame sichtlich gerührt, dem Spitzenkandidaten persönlich gegenüberzustehen.

Immerhin einen Hausbesuch organisierte Waas dann auf dem Weg zum Café. Spontan führte er Schäfer-Gümbel in den Hof der früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden Brunhilde Bächt-Strasdas. Waas kennt die Örtlichkeiten gut: Er hat als Zimmermann bei der Sanierung des Hofs tatkräftig geholfen.

»Du wirkst unheimlich glaubwürdig«, lobte Hans-Jürgen Hahn, Erster Beigeordneter, den Spitzenkandidaten, als die SPD-Mitglieder zusammen mit ihm im Café saßen. Dieser gab das Lob für die erfolgreiche Arbeit der Genossen vor Ort zurück. »Dass man Tendenzen umdrehen kann, habt Ihr in Echzell bewiesen«, sagte er. »Insofern ist Echzell ein Vorbild für die hessische SPD.« Doch es sei weniger die Landespartei, die Schäfer-Gümbel Sorgen mache. »Ich würde mir mehr Windstille aus Berlin wünschen.«

Schäfer-Gümbel betonte, die SPD in Hessen habe ein grundsätzlich anderes Staatsverständnis als die CDU. Sie wolle die Handlungsfähigkeit der Kommunen wieder herstellen. Als Beispiel nannte er die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Wie Reuhl aus der aktuellen politischen Arbeit in Echzell berichtete, habe die SPD-Fraktion die Abschaffung der Straßenbeiträge durchgesetzt und zur Gegenfinanzierung die Grundsteuer B erhöht. »Das schien uns die gerechteste Gießkanne«, erläuterte der Parteivorsitzende, dass so die Kosten auf alle Bürger gleichmäßig verteilt würden. Glücklich sei er damit jedoch nicht. »Wir hoffen, dass wir diese Gießkanne abschaffen können.«

Einig waren sich Schäfer-Gümbel und die SPD-Mitglieder, die zum Teil auch aus Nachbarkommunen nach Echzell gekommen waren, dass solche Themen nicht nur unmittelbar vor einer Wahl angesprochen werden dürften. »Wir müssen den Wahlkampf das ganze Jahr führen«, forderte SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Hermann Stete.

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