10. September 2019, 20:23 Uhr

Von wegen »sauer und herb«

10. September 2019, 20:23 Uhr
Im Beisein von Bürgermeister Kreß (l.) erläutert Bernd Witzel (M.) dem Frankfurter Oberbürgermeister Feldmann und dessen Gäste die Besonderheiten des Bad Nauheimer Weins.

Bei strahlendem Sonnenschein stattete Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann im Rahmen einer Leserreise der Wetterau einen Besuch ab. Die Reise war den engen historischen Wechselwirkungen der Stadt Frankfurt mit der Wetterau und dem mutigen Engagement vieler Wetterauer im Vorfeld der demokratischen Revolution von 1848 gewidmet.

Zu den Stationen zählte auch Bad Nauheim. Die Gäste wurden fachkundig durch OB Feldmann über geschichtliche Bezüge informiert und durften die Wetterau erschmecken, wofür die Tourismus-Region und der Wetterauer Landgenuss sorgten.

Bei den engen Verflechtungen zwischen Frankfurt und der Wetterau spielte Letztere (wie auch heute) eine wichtige Rolle als Versorger der Stadt mit Wasser, Nahrungsmitteln und Wein, auch wenn sein geschmacklicher Ruf (damals) zu wünschen übrig ließ.

Der Stadthistoriker Dr. Thomas Scheben schreibt in seinem Aufsatz »Frankfurt und die Wetterau« zum Thema Wein: »Für die römische Zeit kann Weinbau nur vermutet werden... Die Anbaubedingungen waren in der Wetterau immer schwierig und die Chroniken verzeichnen vor allem im 15. und 16. Jahrhundert viele Jahre witterungsbedingt schlechte Ernten oder gar Totalausfälle. Von der Qualität dieses hessischen Landweins sollte man sich keine übertriebenen Vorstellungen machen, er galt als sauer und herb.«

Dass sich dies heute gravierend geändert hat, konnte die 40-köpfige Gruppe um Feldmann mit allen Sinnen erfahren: Bernd Witzel und Dr. Rolf Dörr, Präsident und Vizepräsident der Weinfreunde, hatten inmitten der Weißweinreben einen Tisch aufgebaut und ließen die Frankfurter Gäste mit einem herrlichen Fernblick über die Wetterau Weiß- und Rotwein aus dem Jahr 2017 verkosten. Das Ergebnis war einhellig: Feldmann und seine Gäste sprachen den beiden Weinen ihr volles Lob aus. Dass man den Bad Nauheimer Wein normalerweise in der Öffentlichkeit nicht verkosten kann, liegt daran, dass der Johannisberg (bisher) keinem offiziellen Weinbaugebiet angehört.

Die Ehre, ein so rares Tröpfchen direkt am Ort des Anbaus verkosten zu können, wurde von allen Anwesenden sehr geschätzt. Vor der Weiterreise nach Butzbach kündigten Feldmann und seine Begleiter an, dass dies nicht der letzte Besuch am Johannisberg in Bad Nauheim war. (Foto: pv)

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