20. Februar 2018, 20:56 Uhr

Von falschen Polizisten angerufen

20. Februar 2018, 20:56 Uhr

Es war ungefähr 17.30 Uhr, als die 61-Jährige am Montag zum Telefon eilte. Auf dem Display: Unbekannte Nummer. Sie hob ab, am anderen Ende meldete sich eine Männerstimme: »Hier ist die Polizei. Haben sie gemerkt, dass in ihrer Umgebung eingebrochen wurde?« Die Ossenheimerin verneinte verwundert, so etwas bekomme man im Dorf schließlich mit. »Drei maskierte Männer sind unterwegs, sie sind schwer bewaffnet«, versuchte der angebliche Polizist ihr Angst zu machen. Einer der drei sei verhaftet worden, in seiner Tasche sei ein Zettel mit ihrer Adresse entdeckt worden. »Das kam mir schon komisch vor. Aber als der Satz kam: ›Haben sie Wertgegenstände und Bargeld im Haus?‹ gingen bei mir die Alarmglocken an.« Die 61-Jährige begriff, dass am anderen Ende kein Polizist ist, sondern ein Betrüger, der versucht, an ihr Hab und Gut zu kommen. »Ich musste laut lachen, weil es so plump war. Da wurde er sauer und schrie, dafür bekäme ich dreieinhalb Jahre Haftstrafe ohne Bewährung.« Währenddessen kramte die Ossenheimerin bereits nach ihrem Handy. Sie wollte die richtige Polizei verständigen. Da schaltete sich plötzlich eine zweite Stimme ein: »Was machen sie gerade?« Als die 61-Jährige entgegnete, sie versuche, die echten Kollegen zu verständigen, tutete es in der Leitung. Schnell rannte die Ossenheimerin zu ihren über 80-jährigen Nachbarn, um sie zu warnen. Zurück im Haus läutete erneut das Telefon, diesmal ihr Schwager, der drei Häuser weiter wohnt. »Auch bei ihm hatten die Betrüger es versucht«, sagt die 61-Jährige.

48 Fälle in der Wetterau

Die beiden sind zwei von sechs Friedbergern, die seit Montag von jenen Trickbetrügern angerufen wurden, die gerade in ganz Hessen ihr Unwesen treiben. »Momentan bekommen wir eigentlich täglich Mitteilungen über diese Geschichten«, sagt Polizeisprecherin Corina Weisbrod. In der Wetterau wurden in diesem Jahr bereits 48 Fälle gemeldet. Erst am Sonntagabend waren diverse Anrufe bei Bürgern in Karben eingegangen. Die Masche sei immer ähnlich: »Die Täter geben sich als Polizisten aus und versuchen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Anschließend loten sie geschickt Vermögensverhältnisse und die sozialen Strukturen aus.« Ihr Ziel: Ein Treffen vereinbaren, bei denen ihnen die Opfer Bargeld und Wertgegenstände aushändigen. Angeblich um das Hab und Gut vor Einbrechern zu schützen. Häufig suchten die Betrüger im Telefonbuch nach Personen mit älteren Vornamen. Aber nicht immer: »Es kann auch passieren, dass sie die Daten von Firmen einkaufen.« Wenn ein solcher Anruf kommt, rät Corina Weisbrod zur Vorsicht: »Sofort auflegen.« Zur Sicherheit könne man sich einen Zettel mit der Nummer der Polizei neben das Telefon legen, um sie im Notfall griffbereit zu haben.

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